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Corona-Fragen
05/11/2021

Wie gefährlich ist Covid-19 für Schwangere und Neugeborene?

Viele Frauen, die ein Kind erwarten, sorgen sich. Die aktuelle Datenlage zusammengefasst.

von Elisabeth Gerstendorfer

In der Schwangerschaft beschäftigen die meisten Frauen viele Fragen – wird die Geburt gut laufen, ist mein Kind gesund, werde ich alles meistern? Durch die Pandemie sind einige Sorgen dazugekommen, insbesondere die Frage, wie gefährlich eine Infektion für Mutter und Kind in der Schwangerschaft und der Zeit danach ist. Bisherige Studien können meist beruhigen: Ein Großteil der Frauen, die sich in der Schwangerschaft mit SARS-CoV-2 infizierten, hatten einen symptomlosen Verlauf oder milde Symptome. Und: Das Baby blieb meist von einem schweren Krankheitsverlauf verschont.

Höheres Risiko für Krankenhausaufenthalt

Allerdings häufen sich Daten, dass Schwangere, bei denen es zu einem schweren Verlauf kommt, ein höheres Risiko für Krankenhausaufenthalte und schwere Erkrankungen haben als Frauen gleichen Alters, die nicht schwanger sind. „Ein schwerer Erkrankungsverlauf mit Lungenentzündung, stationärer sowie intensivmedizinischer Betreuung war im Durchschnitt bei etwa 15 Prozent der erkrankten Schwangeren notwendig. Zum Vergleich: Nicht-schwangere Frauen mit COVID-19-Erkrankung zeigten lediglich in ca. 6 Prozent einen schweren Verlauf mit stationärer Betreuung“, sagt Univ.-Prof. Herbert Kiss, Gynäkologe an der MedUni Wien und Autor einer Stellungnahme der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Bei infizierten Schwangeren besteht zudem ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt.

Eine aktuelle Studie aus Deutschland bestätigt das. Im CRONOS-Register der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin wurden 2000 Schwangere mit Covid-19-Infektion sowie später ihre Babys untersucht. „Wir finden in ganz Deutschland zurzeit einen Anstieg sehr schwerer Verläufe, bei denen die schwangeren Frauen beatmet werden müssen“, sagt Ulrich Pecks, Leiter der Geburtshilfe am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel.

Babys kaum krank

Mittlerweile haben 1.619 SARS-CoV-2-infizierte Frauen aus dem Register ihr Baby bekommen. „Wir können die Frauen, die während der Schwangerschaft positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden, etwas beruhigen: Weniger als fünf von 100 Neugeborenen wurden nach der Geburt positiv auf SARS-CoV-2 getestet und nur sehr wenige sind ernsthaft erkrankt", so Prof. Dr. Rüdiger, Neugeborenenmediziner und Gründungsdirektor des Zentrums für feto-neonatale Gesundheit am Dresdner Universitätsklinikum.

Das zeigt auch eine Studie des schwedischen Karolinska Institutes: Babys, die von testpositiven Müttern geboren wurden, kamen eher früher auf die Welt, aber nur sehr wenige waren mit COVID-19 infiziert. Untersucht wurden fast 90.000 Geburten – das sind 92 Prozent aller Neugeborenen im ersten Jahr der Pandemie (11. März 2020 bis 31. Jänner 2021). Von 2.323 positiv getesteten Müttern hatten nur 21 Babys das Virus im Blut, die Mehrheit ohne Symptome.

Impfung möglich

Um vor einer Infektion geschützt zu sein, sind Personen aus dem Umfeld von Schwangeren verstärkt dazu aufgerufen, sich impfen zu lassen. Aber auch Schwangere selbst haben dazu die Möglichkeit - unter speziellen Bedingungen. Aber dabei handelt es sich um einen sogenannten Off-Label-Use. Denn eine offizielle Zulassung für Schwangere hat noch keiner der Corona-Impfstoffe, "weil es bisher noch keine Studie gibt, die dezidiert die Impfung von Schwangeren untersucht hat", erklärt Barbara Maier, Vorständin der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe in der Klinik Ottakring. "Durch die große Impfbewegung in den USA hat man von dort schon Daten von 70.000 Schwangeren, bei denen keine negativen Auswirkungen durch die Impfung beobachtet wurden." So auch die Argumentation des Nationalen Impfgremiums. Die Impfung schützt nicht nur die Schwangere. Auch beim Neugeborenen sind nach einer Impfung der Schwangeren Antikörper nachweisbar.

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