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Wissen Gesundheit
09/16/2021

Wenn ein Schnupfen auch Corona sein könnte

Alleine an den Symptomen lässt sich laut einer neuen Studie nicht erkennen, ob Kinder an Corona oder einer anderen Infektion erkrankt sind.

von Theresa Bittermann

Ein einfacher Husten oder eine Nase, die rinnt – was vor Corona hauptsächlich eine mühsame und selten eine ernstere Angelegenheit war, ist durch die Pandemie für viele zum persönlichen Schrecken geworden. Die Unsicherheit: Habe ich nun Corona oder nicht? Verschiedene Testmöglichkeiten können diese Sorgen seit Längerem gut aus dem Weg räumen.

Eine neue Studie, an der Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Frankfurter Uni-Klinik, beteiligt war, unterstreicht nun erneut die Wichtigkeit von Tests speziell bei Kindern. Untersucht wurden über 700 Kinder (im Alter von 0 bis 13 Jahren), die mit Atemwegsbeschwerden wie etwa Husten in eine Kinderarztpraxis gekommen sind. Das Ergebnis: „Es ist gar nicht leicht, bei Kindern Covid-19 Symptome rein klinisch von anderen Infektionen abzugrenzen“, resümiert Ciesek auf Twitter. Die Symptome waren bei Infizierten wie bei Nicht-Infizierten sehr ähnlich: Schnupfen, Husten und Fieber waren in beiden Gruppen die häufigsten Beschwerden.

Praxis-Erfahrung

Wer also wissen will, was los ist, kann sich nicht auf Symptome berufen, sondern muss zum Test greifen, zeigt die Studie. Das bestätigt auch der Wiener Kinderarzt Peter Voitl, der diese Schwierigkeit aus der eigenen Praxis kennt.

Kommt man zu ihm in die Ordination, wird zuerst telefonisch abgeklärt, ob es Kontakte zu positiv Getesteten gab. Haben Kinder Symptome, werden sie in der Praxis von Voitl gleich vorab zum Lollipop Test gebeten.

Immerhin: „Ein indirekter Hinweis auf eine Corona-Infektion könnte ein Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns sein“, erzählt der Kinderarzt aus seiner Erfahrung. Am Test für alle mit Symptomen führt aber kein Weg vorbei.

PCR statt Quarantäne?

Das regelmäßige Testen oder Quarantäne-Regeln für Kinder sorgen aber zur Zeit in Schulen für Chaos und Aufregung. Hunderte Schulklassen sind momentan in Quarantäne, wie der KURIER auch berichtete. Deshalb sollen die Regeln für die Jüngsten bald etwas gelockert werden. Zum Beispiel soll nicht mehr die ganze Klasse, sondern nur noch enge Kontakte oder direkte Sitznachbarn in Quarantäne gehen.

Voitl hält diesen Vorschlag für sinnvoll. „Man kann nicht jedes Mal die ganze Klasse in Quarantäne schicken, die sozialen Folgen dadurch würden viel schwerer wiegen als der mögliche Nutzen.“ Er richtet aber einen klaren Appell an die Lehrkräfte: „Es ist unverantwortlich, dass manche nicht geimpft sind und mit Kindern arbeiten – das ist eine echte Gefährdung.“

Der Molekularbiologe Michael Wagner schlug im KURIER kürzlich sogar eine Lösung ganz ohne Quarantäne vor: Wird jemand positiv getestet, sollen alle anderen statt auch in Quarantäne zu gehen, die folgenden zehn Tage FFP2-Masken tragen und alle 48 Stunden einen PCR-Test machen.

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