Nach drei Tagen Fieber sollte man zum Arzt schauen

© APA - Austria Presse Agentur

Wissen Gesundheit
06/28/2021

Warum manche auf die zweite Impfung stark reagieren und andere gar nicht

Sind Impfreaktionen ein gutes Zeichen? Der KURIER beantwortet die wichtigsten Fragen zu Impfreaktionen.

von Elisabeth Gerstendorfer

Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskelschmerzen bis hin zu Fieber und Schüttelfrost – manche Menschen reagieren auf die zweite Impfung stärker als andere. Meist halten die Symptome wenige Tage an und beruhigen sich dann wieder. Doch bei wem kommt es zu einer Reaktion und bei wem nicht? Sagen die Impfwirkungen etwas darüber aus, wie gut die Person vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 geschützt sein wird? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Werde ich stärker reagieren, wenn ich beim ersten Mal nichts gemerkt habe?

Karl Zwiauer, Mitglied des Nationalen Impfgremiums, betont, dass die Immunreaktion individuell sehr unterschiedlich ist. "Die meisten Menschen reagieren nicht sehr heftig, auch bei der zweiten Impfung nicht. Die überwiegende Zahl der zweiten Impfungen wird sehr gut vertragen." Es gibt jedenfalls keine eindeutige Regel, die etwa besagt, wer beim ersten Mal nicht reagiert hat, werde beim zweiten Mal Symptome merken - oder umgekehrt, wer beim ersten Mal stark reagiert hat, werde beim zweiten Mal nichts spüren. Viele spüren weder beim ersten noch beim zweiten Mal starke Reaktionen.

Wirkt die Impfung besser, wenn man auch Reaktionen spürt?

"Man kann sagen, wenn man Reaktionen hat, dass das Immunsystem durch die Impfung gefordert wurde. Symptome wie Kopfschmerzen oder Fieber bedeuten, dass das Immunsystem sich mit dem Impfstoff auseinandersetzt", sagt Zwiauer. Umgekehrt heiße das aber nicht, dass Menschen, die keine Reaktionen merken, ein schlechtes Immunsystem haben. Jene Mechanismen des Immunsystems, die zu Impfreaktionen führen, seien andere, als jene, die letztlich für die Bildung von Antikörpern und den Aufbau eines Schutzes verantwortlich sind. "Ich selbst habe kaum etwas gespürt nach der Impfung, konnte später aber eine sehr gute Immunantwort feststellen (Anm.: über Antikörper im Blut)", erzählt der Impfexperte.

Weiß man, wer stärker reagiert?

Vor allem jüngere Menschen und Frauen reagieren eher auf die Impfung. In Bezug auf das Alter spielt eine Rolle, dass das Immunsystem noch etwas potenter ist als bei älteren Menschen. Es reagiert eher heftig als im Alter. In Österreich gab es mit Abstand die meisten Meldungen von Impfreaktionen in der Gruppe der 18- bis 44-Jährigen. Bei Frauen spielt das Hormon Östrogen eine Rolle: Das Geschlechtshormon kann die Reaktion des Immunsystems steigern, was sich in stärkeren Impfreaktionen zeigen kann.

Warum reagieren Genesene häufiger?

Auch Menschen, die bereits an Covid-19 erkrankt waren, haben nach der ersten und zweiten Impfung häufiger Reaktionen. Zwiauer: "Insbesondere bei der zweiten Impfung reagieren Genesene stärker, das weiß man aus einigen Studien. Immerhin ist die Impfung für ihr Immunsystem bereits die dritte Auseinandersetzung mit dem Virus." Ihr Immunsystem wurde bereits auf das Virus sensibilisiert und antwortet auf erneuten Kontakt meist stärker.

Ist man nach Impfreaktionen besser vor einer Erkrankung geschützt?

Ein wissenschaftlicher Zusammenhang zwischen der Immunantwort auf die Impfung und dem Schutz vor einer Erkrankung konnte bisher nicht festgestellt werden.

Kann man Medikamente einnehmen, um die Impfreaktionen zu verhindern?

Das Robert-Koch-Institut (RKI) rät davon ab, entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen prophylaktisch einzunehmen. Bisher ist nicht ausreichend geklärt, ob dadurch die Immunantwort beeinflusst wird. Es könnte also sein, dass vorher eingenommene Medikamente den Impfschutz verschlechtern. Treten nach der Impfung Beschwerden wie Fieber und Kopfschmerzen auf, kann aber zu Paracetamol gegriffen werden. Bisher gibt es laut RKI keine Belege dafür, dass die Einnahme nach der Impfung den Impferfolg beeinflussen könnte.

Warum unterscheiden sich die Impfreaktionen bei den Impfstoffen?

Während bei Astra Zeneca die meisten Personen eher auf die erste Dosis reagieren, ist es bei den mRNA-Impfstoffen eher die zweite Dosis, die zu Symptomen führt. Der Grund dafür ist bisher nicht bekannt.

Sollte ich mich auf die zweite Impfung speziell vorbereiten?

Der Großteil der Menschen reagiert nicht besonders stark auf die zweite Dosis, weshalb es nicht notwendig ist, Vorkehrungsmaßnahmen zu treffen. Allerdings gelten allgemeine Empfehlungen, wie auch bei anderen Impfungen: Nach der Impfung ist es gut, 15 Minuten am Impfort abzuwarten. Ist man erkältet, ist eine Verschiebung nicht notwendig, außer man ist wirklich krank und hat etwa Fieber. Eine allgemeine Empfehlung, sich zu schonen, gibt es nicht. „Wenn man sich wohlfühlt und das ist bei vielen Leuten der Fall, kann man seinen normalen Aktivitäten nachgehen“, sagt Karl Zwiauer. Sportliche Höchstleistungen oder besonders anstrengende Tätigkeiten, die das Immunsystem beeinträchtigen, sind nicht empfehlenswert.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.