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Wissen Gesundheit
05/13/2022

Plastik- oder Bargeld? Wo Covid-Viren am längsten haften bleiben

Mikrobiologen untersuchten die Oberflächen von Dollarscheinen und Kreditkarten.

Kartenbezahlungen sind während der Pandemie auch in Österreich salonfähig geworden. Die Angst war bei vielen groß, dass sie sich über die Geldscheine infizieren könnten. Doch diese Angst war unbegründet. Eine neue, in PLOS ONE veröffentlichte Studie zeigt, dass das SARS-CoV-2-Virus fast sofort nicht mehr lebensfähig ist, wenn es auf eine Banknote aufgebracht wird.

Auf Plastikgeldkarten ist das Virus sogar stabiler, wobei das lebende Virus auch 48 Stunden nach der ersten Ablagerung noch nachweisbar ist, aber weder auf Bargeld noch auf Karten, die im Rahmen der Studie stichprobenartig untersucht wurden, wurde ein lebensfähiges Virus nachgewiesen.

"Zu Beginn der Pandemie gab es einen massiven Aufschrei, dass Unternehmen kein Bargeld mehr verwenden sollten. Alle Unternehmen befolgten diesen Rat und sagten: Okay, wir zahlen nur noch mit Kreditkarte", so Studienautor Richard Robison, Professor für Mikrobiologie und Molekularbiologie an der Brigham Young University - eine Privatuniversität der Mormonen. 

Das Forschungsteam sammelte eine Reihe von 1-Dollar-Scheinen, Vierteldollarmünzen, Pfennigen und Kreditkarten und "impfte" das Geld mit SARS-CoV-2. Das Bargeld, die Münzen und die Karten wurden anschließend beprobt und zu vier Zeitpunkten auf den Virusnachweis untersucht: nach 30 Minuten, vier Stunden, 24 Stunden und 48 Stunden.

Schwer zu erkennen

Die Forscher stellten fest, dass SARS-CoV-2 auf den Dollarscheinen selbst 30 Minuten nach dem Einlegen nur schwer zu erkennen war. Die Studie ergab, dass das Virus nach 30 Minuten um 99,9993 Prozent reduziert war. Bei weiteren Tests nach 24 und 48 Stunden wurde kein lebendes Virus mehr auf den Banknoten gefunden.

Im Gegensatz dazu war das Virus auf Geldkarten nach 30 Minuten nur zu 90 Prozent reduziert. Diese Reduktionsrate erhöhte sich zwar nach vier Stunden auf 99,6 Prozent und nach 24 Stunden auf 99,96 Prozent, doch war das Virus auf den Geldkarten auch nach 48 Stunden noch nachweisbar. Bei den Münzen war das Ergebnis ähnlich wie bei den Plastikkarten: Die Viruspräsenz ging zunächst stark zurück, wurde aber nach 24 und 48 Stunden immer noch positiv auf das lebende Virus getestet.

Überrascht

Die Forscher waren von der Instabilität der Papiergeldscheine (die in den USA aus einer Mischung von 75 Prozent Baumwolle und 25 Prozent Leinen bestehen) überrascht: Nachdem sie 1 Million lebensfähiger Viruspartikel auf die Scheine aufgebracht hatten, konnten sie nach 24 Stunden überhaupt kein Virus mehr nachweisen.

Das Forschungsteam besorgte sich außerdem frische Proben von 1-Dollar-Scheinen, Vierteldollarnoten und Pennies vom BYU-Campus und von örtlichen Restaurants, um sie auf das Virus zu testen. Innerhalb einer Stunde nach Erhalt des Geldes wischten die Forscher systematisch mit einem sterilen Wattestäbchen die Oberflächen und Ränder des Bargelds/der Münzen ab. Sie wischten auch eine Sammlung von Geldkarten ab. Sie wiesen keine SARS-CoV-2-RNA auf den Banknoten oder Münzen und nur eine geringe Menge des Virus auf den Geldkarten nach.

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