Elektronenmikroskopische Aufnahme: Zellen (blau) sind mit Viruspartikeln (rot)  infiziert.

© EPA/NIAID/NATIONAL INSTITUTES OF HEALTH HANDOUT

Wissen Gesundheit
11/02/2020

Penninger-Medikament: "Wir hoffen auf Daten zu Weihnachten"

Neuer Wirkstoff: Genetiker Josef Penninger hofft bei guten Ergebnissen auf eine Schnellzulassung in der EU.

von Ernst Mauritz

Der Genetiker Josef Penninger hofft – „wenn alles gut geht“ –, dass bis Weihnachten Daten zu seinem in Wien entwickelten Medikamentenkandidaten APN01 gegen Covid-19 vorliegen. „Die Idee ist, mit unserem Enzym APN01 für das Virus die Tür in die Zelle zu blockieren und gleichzeitig die Organe zu schützen“, sagte er Montag bei einer Veranstaltung der Pharmig (Verband der pharmazeutischen Industrie). „Das ist der rationalste Ansatz überhaupt.“

Patienten in Österreich, Deutschland, Dänemark und Russland mit einem schweren Krankheitsverlauf werden derzeit in eine Studie aufgenommen, in zwei bis drei Wochen soll die notwendige Patientenzahl erreicht sein. Nach der Therapie müssen die Patienten (100 erhalten den Wirkstoff, 100 ein Placebo) noch vier Wochen beobachtet werden. „Es hilft keinem, schlechte Studien schnell in die Öffentlichkeit hinauszuwerfen.“

Bei einer guten Datenlage werde die Firma Apeiron Biologics anschließend um eine Schnellzulassung in der EU ansuchen. „Die Zukunft wird wahrscheinlich die Kombination von zwei oder drei Medikamenten sein, die alle an anderen Stellen ansetzen“, sagte Penninger vor der Gesellschaft der Ärzte in Wien. "So ähnlich wie bei HIV."

"15 Jahre hat sich niemand interessiert"

Die Grundlagen für sein Präparat hatte ein Team um Penninger vor rund 15 Jahren entwickelt, nach dem Auftreten des SARS-1-Virus. „15 Jahre lang hat sich niemand dafür interessiert, jetzt werden unsere Arbeiten tausendfach zitiert.“

Penninger und sein Team haben das Enzym ACE2 mitentdeckt, welches das neue Coronavirus als Eintrittspforte in die Zellen benötigt. Der Wirkstoff APN01 ist eine lösliche, synthetisch hergestellte Version dieses Enzyms. Das Virus soll an diese Version binden, und nicht an die echte. Gleichzeitig wird die eigentliche Schutzfunktion des echten Enzyms für die Organe nicht blockiert.

Penninger ist auch zuversichtlich, dass „in den kommenden zwei, drei Wochen sehr gute Impfstoffdaten herauskommen werden“.

Astrid Müller, Pharmig-Vizepräsidentin und Geschäftsführerin Österreich, betonte, dass eine beschleunigte Impfstoff- und Medikamentenzulassung „nie auf Kosten der Sicherheit und Wirksamkeit“ gehen werde: „Da kann man sich darauf verlassen.“

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