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26.06.2018

Männer haben höheres Sterberisiko bei zahlreichen Krankheiten

Die häufigste Todesursachen in Österreich sind bei beiden Geschlechtern Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs.

Die Sterblichkeit ist in Österreich für beide Geschlechter in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gesunken, bei den Männern etwas stärker als bei Frauen (-12,1 Prozent bzw. -8,9 Prozent). Männer hatten allerdings nach wie vor eine um 4,6 Jahre niedrigere Lebenserwartung als Frauen und zeigten in zahlreichen Krankheitsgruppen eine deutlich erhöhte Sterblichkeit, berichtete Statistik Austria.

2017 lag die Lebenserwartung für Männer bei 79,3 Jahren und für Frauen bei 83,9 Jahren, geht aus den am Dienstag veröffentlichten Zahlen hervor. 2017 verstarben sowohl Männer als auch Frauen am häufigsten an Krankheiten, die im Alter vermehrt auftreten. Mehr als die Hälfte der 83.270 im vergangenen Jahr verstorbenen Personen war über 80 Jahre alt.

Die zwei häufigsten Todesursachengruppen, Herz-Kreislauf-Krankheiten (33.125 Sterbefälle oder 39,8 Prozent) und Krebs (20.261 Sterbefälle oder 24,3 Prozent), verursachten 2017 zusammen rund zwei Drittel aller Sterbefälle. Die übrigen Sterbefälle verteilten sich auf Krankheiten der Atmungsorgane (6,4 Prozent), Verletzungen und Vergiftungen (5,3 Prozent), Krankheiten der Verdauungsorgane (3,5 Prozent) und auf sonstige Krankheiten (20,8 Prozent).

Sterberisiko bei Männern

Männer hatten 2017 ein doppelt so hohes Sterberisiko aufgrund von Herzinfarkt als Frauen. Unter den Krebssterbefällen zeigte sich eine erhöhte Männersterblichkeit bei fast allen Arten dieser Krankheit. Vor allem bei Kehlkopfkrebs (7,8-mal höhere Sterblichkeit als Frauen), Speiseröhrenkrebs (5,2-mal), Krebs der Harnblase (3,8-mal), Krebs des Rachenraums (3,7-mal) und Leberkrebs (2,8-mal) war die Sterblichkeit von Männern wesentlich höher. Bei Nierenkrebs, Lungenkrebs und Magenkrebs hatten Männer ein jeweils doppelt so hohes Sterberisiko wie Frauen.

Auffallend war auch die höhere Sterblichkeit der Männer aufgrund von äußeren Ursachen wie Suiziden (4,3-mal höhere Sterblichkeit als Frauen) und Transportmittelunfällen (3,4-mal höher). Bei seltener vorkommenden Todesursachen wie Stürzen oder unbestimmten Ereignissen wiesen Männer ebenfalls eine erhöhte Sterblichkeit auf. Darüber hinaus zeigte sich auch bei alkoholassoziierten Todesursachen wie Leberzirrhose (2,8-mal), Drogenabhängigkeit und Morbus Parkinson eine Übersterblichkeit der Männer. Bei Frauen war in keiner Krankheitsgruppe eine signifikant höhere Sterblichkeit gegenüber Männern zu beobachten.

Übersterblichkeit bei Lungenkrebs reduziert

Das höhere Sterberisiko der Männer konnte in den vergangenen zehn Jahren laut Statistik Austria vor allem in einer Krankheitsgruppe deutlich reduziert werden: Die Übersterblichkeit aufgrund von Lungenkrebs bei Männern war 2008 noch 2,7-mal und 2017 nur noch 2,0-mal höher als bei Frauen. Dies ist einerseits auf die Reduktion des männlichen Sterberisikos, andererseits aber auch auf die Erhöhung der Lungenkrebssterblichkeit bei Frauen zurückzuführen.