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Wissen Gesundheit
03/10/2021

Experten haben keine Bedenken bei Astra Zeneca

Eine 49-Jährige starb an einer Gerinnungsstörung, die Behörden prüfen den Fall genau.

von Theresa Bittermann

Die Daten deuten derzeit nicht auf einen Zusammenhang zwischen dem Tod der nö. Krankenpflegerin, die mit Astra Zeneca geimpft wurde, und dem Impfstoff hin, betonen das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) in ihrem jüngsten Bericht und auch Herwig Kollaritsch aus dem nationalen Impfgremium im KURIER-Gespräch. Zwei weitere mit Astra Zeneca geimpfte Pflegerinnen mussten wegen einer Lungenembolie im Krankenhaus behandelt werden. Auch in diesen Fällen deute derzeit nichts auf den Impfstoff als Ursache hin. Dennoch prüfen die Behörden  genau.

Vierter Fall am Mittwoch

Am Mittwoch wurde ein  vierter Fall bekannt: Eine 60-jährige Frau soll in Vorarlberg vier Tage nach der Impfung einen Schlaganfall erlitten haben.

Prinzipiell gilt: „Nicht jedes Krankheitszeichen, das im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung auftritt, ist auch auf die Impfung zurückzuführen. Wenn Impfstoffe an sehr viele Personen verabreicht werden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass nach einer Impfung Beschwerden auftreten, die nicht durch die Impfung, sondern durch andere Ursachen, wie eine zeitgleich oder kurz danach aufgetretene andere Erkrankung, ausgelöst wurden“, erklärt das BASG im Bericht.

Ein Vergleich der 130.000 mit Astra Zeneca Geimpften mit Nicht-Geimpften gibt keinen Anlass zu Sorge: „Wenn man 130.000 Leute, die noch nicht geimpft sind, in Österreich für zwei Wochen beobachtet, sind in dieser Gruppe etwa drei thrombo-embolische Ereignisse zu erwarten“, so Kollaritsch. Das würde sich genau decken – drei Frauen unter den Geimpften waren betroffen. „Es gibt also keine besondere Häufung.“

Keine Hinweise auf Zusammenhang

Nun müsse man die Beobachtungen aus Österreich noch im Detail mit Meldungen aus anderen Ländern vergleichen. Das sollte aber relativ schnell gehen. Weil alle Covid-Impfstoffe derzeit nur bedingt zugelassen sind, werden nämlich alle Daten rund um die Impfungen von der EU zentral gesammelt. „Erst wenn es da ein Signal für eine Häufung gäbe, müssen wir uns tatsächlich fragen, gibt es einen kausalen Zusammenhang“, erklärt Kollaritsch.

Und die Arzneimittelbehörde der EU (EMA) hat am Mittwoch bekannt gegeben, es  gebe bisher keine Hinweise, dass ein Todes- oder Krankheitsfall in Österreich auf Impfungen mit dem Vakzin von Astra Zeneca zurückzuführen wäre.

Nutzen und Risiko

Die Verimpfung der betroffenen Charge wurde zur Sicherheit gestoppt, weitere Einschränkungen rund um Astra Zeneca gibt es aber nicht. „Jeden Tag, den wir verstreichen lassen und Impfungen zurückstellen, können Leute schwer erkranken und an der Infektion sterben. Und diese Zahlen sind sehr hoch.“

Denn wie bei allen Arzneimitteln müsse man auch im Falle der Impfstoffe eine ständige Nutzen-Risiko-Abwägung machen. „Ich betone: wir wissen noch nicht, ob es einen Zusammenhang mit der Impfung gibt. Aber selbst, wenn das so wäre, hätten wir es mit einer extrem seltenen Nebenwirkung zu tun. Und dieses Risiko muss ich abgleichen mit dem Nutzen, den die Impfung bringt“, betont der Impf-Experte.

Tod fünf Wochen nach Impfung

Am Mittwoch wurde auch gemeldet: eine mit Biontech geimpfte Pflegerin starb an einer Hirnblutung – ihre Impfung lag jedoch schon fünf Wochen zurück. Die Obduktion zeige keinen Zusammenhang zur Impfung, hieß es von einer Kärntner Behörde.

Eine gute Nachricht zum Schluss: Am Donnerstag wird das Vakzin von Johnson & Johnson voraussichtlich von der EU-Medizinagentur zugelassen.

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