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Wissen Gesundheit
11/15/2020

Infektiologe appelliert: "Sofort an die Maßnahmen halten"

Experte Burgmann: Nicht bis auf Dienstag mit Verhaltensänderung warten und alles ausnützen, was noch geht.

von Ernst Mauritz, Manuela Eber

Der Infektiologe Heinz Burgmann vom Wiener AKH / MedUni Wien appelliert an die Bevölkerung, ab sofort die Kontakte zu reduzieren und nicht bis Dienstag zu warten: "Es ist nicht sinnvoll, dass zwischen Ankündigung und Inkrafttreten weiter munter eingekauft wird – und  dann möglicherweise ab dem 7. 12. gleich wieder. Weil dann produzieren wir bis Dienstag und gleich nach dem Lockdown weitere zahlreiche Infektionen – und er muss vielleicht noch länger  dauern. Wenn es nachher so weitergeht wie vorher, dann laufen wir schnurgerade in den dritten Lockdown.“

Es sei kontraproduktiv, vor der Ankündigung strengerer Maßnahmen noch alles auszunützen, was rechtlich ausgenützt werden kann: ""Das ist ja kein Waffenstillstand, der erst ab Dienstag einzuhalten ist", betont der Experte. "Damit produziert man nur weitere Infektionsketten."

Ob es zu einem dritten Lockdown komme, werde vom Verhalten der Menschen abhängen, betont der Experte: "Er ist kein Automatismus."

Und auch von der Vorbereitung auf die Zeit danach, etwa durch eine ausreichende personelle Ausstattung des Contact-Tracing.

"Das Virus ist nicht müde"

Jetzt helfe es auch nicht zu sagen, dass man müde sei: „Wenn man auf den Berg geht, muss man auch dann weitergehen, wenn man müde ist – sonst überrascht einen die Dunkelheit. Und das Virus ist nicht müde. Jetzt gilt es, sich mit voller Kraft dagegenzustemmen.“

Drei Wochen seien sicher die absolut untere Grenze für so einen harten Lockdown, sagt Burgmann auch. „Ob das reichen wird, hängt auch davon ab, wie sehr er eingehalten wird. Dass er aber grundsätzlich wirkt, zeigte sich zuletzt etwa in Israel, aber auch Belgien oder Tschechien.“

Viele andere Länder hätten schon bei niedrigeren Fallzahlen entsprechend strengere Maßnahmen gesetzt: "Wenn man einmal in einem exponentiellen Wachstum drinnen ist, braucht man viel größere Anstrengungen, um die Infektionszahlen wieder zu drücken."

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