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Wissen Gesundheit
04/27/2021

Impf-Wirrwarr zwischen den Bundesländern: Wer wann wo drankommt

Grund für die Unterschiede in den Bundesländern sind verschiedene Interpretationen des Impfplans, so die Kritik.

von Theresa Bittermann, Elisabeth Holzer, Ernst Mauritz, Daniela Kittner

Während sich alle Risikogruppen zum Beispiel in Wien schon impfen lassen können, gehen andere Bundesländer nur streng nach Alter. Grund dafür sind unterschiedliche Auslegungen des Impfplans. Patientenanwalt Gerald Bachinger drängt jetzt auf eine "authentische Interpretation" des Impfplans durch das Gesundheitsministerium.

Einige Bundesländer befinden sich schon in Phase 3 des Impfplans, die meisten sind noch in Phase 2. Rund 2 Millionen Menschen sind zumindest erstgeimpft, bis 19. Mai (Aufsperrdatum) sollten es 3 Millionen sein. Bundesweit gilt laut Impfplan:

Phase 2: Die über 80-Jährigen sollten abgeschlossen sein, in Phase 2 sind die 65- bis 79-Jährigen an der Reihe. Zudem wird – mit unterschiedlichen Auslegungen – nach Krankheiten vorgereiht. Gesundheitsberufe, Polizisten und Pädagogen sind auch an der Reihe.

Phase 3: In dieser Phase wird auch nach Alter und individuellem Risiko gereiht. Aber Personen, die beruflich vielen Kontakten ausgesetzt sind, werden bevorzugt geimpft, heißt es aus dem Gesundheitsministerium. Das Nationale Impfgremium empfiehlt: Gleichzeitig mit den 60- bis 64-Jährigen sollen Beschäftigte im Handel, Gastronomie und Tourismus, körpernahe Dienstleister, Künstler, Spitzensportler und Berufsreisende geimpft werden. Danach kommen Amateursportler, Chorsänger und Uni-Personal. Mitarbeiter von Supermärkten sollen ab Mitte Mai drankommen.

Erst danach soll allen unter 60 ein Termin angeboten werden, die in den genannten Gruppen nicht vorkommen. Trotz dieser Vorgaben sind nicht alle Bundesländer gleich schnell, denn innerhalb der Phasen herrscht Bewegungsfreiheit. Dadurch und durch unterschiedlich hohe Impfanmeldungen gibt es gravierende Unterschiede. Ein Überblick über die Bundesländer.

Wien 

Hier können sich nicht nur Personen aus der Hochrisikogruppe – z. B. Krebspatienten – zur Impfung anmelden, sondern auch Leute mit "nur" erhöhtem Risiko, unabhängig vom Alter. Dazu zählen z. B. auch 18-Jährige mit Asthma, einer schweren Depression oder Autoimmunerkrankungen. Bis Ende der ersten Maiwoche sollten alle Angemeldeten aus diesen Gruppen erstgeimpft sein. Auch bei über 65-Jährigen soll es jetzt rasch gehen. Bisher sind 21 % der Wiener Bevölkerung geimpft.

Niederösterreich 

Hochrisikogruppen – egal welchen Alters – können zwar schon länger geimpft werden. Das sogenannte erhöhte Risiko macht aber keinen Unterschied in der Reihung, es wird rein nach Alter vorgegangen. Im Moment kann man sich ab dem 57. Lebensjahr aufwärts impfen lassen. Risikopersonen kommen mit ihrer Altersgruppe dran. 24 % der Niederösterreicher haben eine Erstimpfung.

Burgenland

151.000 Personen sind vorgemerkt (65 Prozent der Berechtigten). Derzeit sind die über 65-Jährigen sowie Risikopatienten an der Reihe, das soll bis Monatsende abgeschlossen sein. 26,8 % der Burgenländer haben eine Erstimpfung, bisher registrierte Hochrisikopatienten sind durchgeimpft; bei neuen Anmeldungen aus dem Bereich werden Betroffene eingeschoben.

Oberösterreich 

Von rund 1,2 Millionen Impfberechtigen sind bisher 52 Prozent registriert. 327.000 Menschen haben die erste Teilimpfung erhalten. Ab Mai ist laut Krisenstab die Gruppe der 50- bis 65-Jährigen an der Reihe.

Steiermark

Hier beginnt ab Mai die Impfchance für die allgemeine Gruppe ab 50 Jahre. Derzeit sind an die 465.000 Steirer registriert, (43 Prozent der Berechtigten). Rund 255.000 oder knapp 24 Prozent haben bereits die erste Teilimpfung. Vom Alter unabhängig werden Risikogruppen geimpft.

Kärnten

Es gab bisher etwa 142.000 Erstimpfungen, die meisten über 65-Jährigen haben zumindest die erste Dosis, jetzt beginnt die Altersgruppe darunter. Auch Gesundheitsberufe und Pflegeheime sind fertig, diese Woche stehen Landes-, Bundes- und Gemeindebedienstete auf dem Plan, kommende Woche Mitarbeiter aus Tourismus und Gastronomie.

Tirol

269.000 Tiroler (42 Prozent der Berechtigten) sind registriert, 141.000 von ihnen sind bereits geimpft oder haben einen Fixtermin. Tirol impft derzeit die über 65-Jährigen und Personen mit gesundheitlichem Risiko.

Salzburg

Das Land Salzburg will die (Erst-)Impfung aller Interessierten über 65 Jahre bis 9. Mai fertig haben. Registriert sind bisher 47 Prozent der Berechtigten, knapp 102.000 Menschen haben die erste Impfung (27 %). Konkret sind derzeit 81,7 % der über 85-Jährigen geimpft, 72,6 Prozent der 75- bis 85-Jährigen sowie 36,7 Prozent der 65- bis unter 75-Jährigen. Aktuell sind die über 65-Jährigen dran.

Vorarlberg 

Seit vergangener Woche wird die Gruppe 50 Jahre aufwärts geimpft. Rund 108.000 Vorarlberger haben schon ihre erste Teilimpfung (32 ,3 %). Bei der Vergabe von Impfterminen werden Personen mit Vorerkrankungen bzw. aus Risikogruppen bevorzugt behandelt. 51 Prozent der Berechtigten haben sich bisher registriert.

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