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Interaktiv
01/19/2021

Pandemie-Ende: Wie lange Österreich noch impfen muss

Wie hoch ist die Durchimpfungsrate in Österreich und den Bundesländern? Wir erheben laufend den aktuellen Stand.

von Michael Leitner

Seit 27. Dezember wird auch in Österreich geimpft. Der Impfstart gab vielen Menschen Hoffnung, bald wieder in ihr altes Leben zurückkehren zu können. Doch bis die Impfung auch eine kritische Masse erreicht und die Pandemie beendet ist, könnte noch etwas Zeit vergehen.

Das zeigen die täglich veröffentlichten Impfzahlen des Gesundheitsministeriums, die seit Mitte Jänner tagesaktuell veröffentlicht werden. Die anfangs kommunizierte Zahl zeigte nicht den präzisen Stand der aktuell geimpften Personen, sondern lediglich einen „Näherungswert“, basierend auf der Zahl der ausgelieferten Impfdosen. Dazu nutzte man Daten der Bundesbeschaffung GmbH (BBG), die die Verteilung der Impfstoffe an die Länder koordiniert. Seit Anfang Februar werden auch täglich die aktuellen Werte aus dem E-Impfpass ausgewiesen. Da die Eintragung neuer Impfungen in einigen Bundesländern verzögert erfolgt, kann die aktuelle Zahl der verimpften Dosen aber ebenfalls nur als Näherung angesehen werden. Laut Gesundheitsministerium sind rund 90 Prozent der aktuellen Impfungen eingetragen, der Rest werde laufend in den Folgetagen ergänzt.

Update vom 21. Jänner: Die Europäische Arzneimittelbehörde bestätigte bereits Anfang Jänner, dass beim BioNTech/Pfizer-Impfstoff aus einem Fläschchen sechs statt fünf Dosen entnommen werden können. Dieser Empfehlung kam Mitte Jänner auch das Gesundheitsministerium nach, wodurch sich die Zahl der verfügbaren Impfungen sprunghaft erhöhte. In den Zahlen wird das am 16. Jänner sichtbar. Bei allen ab diesem Stichtag bestellten und ausgelieferten Fläschchen wird berücksichtigt, dass bei gleicher Menge sechs statt fünf Impfungen möglich sind.

Doch wie lange würde es noch bis zur sogenannten Herdenimmunität dauern, wenn im aktuellen Tempo weitergeimpft wird? Die WHO geht davon aus, dass 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung geimpft sein müssen, um Herdenimmunität herzustellen. Das Gesundheitsministerium gab im September 50 bis 60 Prozent als Ziel aus. Derzeit stehen lediglich die Impfstoffe von BioNTech und Pfizer sowie Moderna zur Verfügung. Von diesen müssen zwei Impfdosen verabreicht werden, damit sie die volle Schutzwirkung liefern.

Basierend auf den Daten des Gesundheitsministeriums berechnen wir laufend den 7-Tages-Durchschnitt der neuen Impfungen (auf den aktuellen Stand in der Grafik klicken, um das prognostizierte Datum zu lesen), da dieser den aktuellen Stand des „Impftempos“ am besten abbildet (an bestimmten Wochentagen wird weniger geimpft als an anderen).

Mithilfe dieses Wertes berechnen wir, wie lange es bei aktuellem Tempo noch dauern würde, bis 70 Prozent Durchimpfungsrate erreicht werden. Dabei handelt es sich lediglich um eine Momentaufnahme. Vor allem zu Beginn wird dieser Wert noch sehr hoch ausfallen und stark schwanken, da nur eine begrenzte Menge an Impfstoff zur Verfügung steht und die benötigte Infrastruktur noch aufgebaut wird. Auch die Impfbereitschaft wird derzeit nicht einberechnet.

Zudem steigt auch die Verfügbarkeit der Impfstoffe. Neben BioNTech und Pfizer (937.950 Dosen im ersten Quartal) und Moderna (200.000 Dosen) wird auch eine baldige Zulassung von AstraZeneca (2.166.073 Dosen) erwartet, der deutlich einfacher gelagert werden kann.

Internationaler Vergleich

Wie steht Österreich im internationalen Vergleich da? Auch diesen Wert erheben wir mithilfe der Daten von "Our World in Data", einem Projekt der Universität Oxford. Diese erheben laufend den kommunizierten Impfstand einzelner Länder und sammeln diese in einem einheitlichen Datensatz. Dadurch kann man international vergleichbare Werte, wie die Zahl der täglich durchgeführten Impfungen pro Million Einwohner erheben.

Wichtig bei der Interpretation: Da nicht jedes Land diese Zahlen tagesaktuell kommuniziert, werden fehlende Werte interpoliert. Das bedeutet, dass der aktuelle und letzte Stand miteinander verglichen und die Zahl der neu durchgeführten Impfungen gleichmäßig auf die Tage dazwischen aufgeteilt wird. Daher weisen manche Staaten in diesen Statistiken scheinbar sehr gleichmäßige Werte auf.

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