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Wissen Gesundheit
09/09/2020

Echt fett: Warum Hanföl das bessere Kokosöl ist

Statt auf das gehypte Kokosöl sollten wir auf heimisches Hanf- und Rapsöl setzen

von Anita Kattinger

Hanföl ist das neue Kokosöl – mit seinem grasigen Duft, nussigen Geschmack und mit seinem hohen Anteil an guten Fetten, ist es der neue Star unter den Superfoods.

Wobei das Ausrufen von Superfoods oft mehr mit Marketing als mit der Zusammensetzung von Nährstoffen zu tun hat, wie Ernährungsberaterin Claudia Nichterl am Beispiel des Kokosöls ausführt. Anfangs umjubelt, heute kritisch hinterfragt: "Kokos- und Palmfette sind sogenannte gesättigte Fette – genauso wie Butter."

Kokosfett habe zwar den Vorteil, dass es viele mittelkettige Fette vorweisen kann – diese sind bekömmlicher –, das war’s aber auch schon. "Ich bin ein Fan von regionalen Ölen wie dem Hanföl."

Gute Fette: Es kommt auch auf das Verhältnis an

Welche Speiseöle sollten am besten in der Küche zum Einsatz kommen? "Idealerweise verwenden wir unterschiedliche Öle mit verschiedenen Fettsäure-Zusammensetzungen im Haushalt. Vereinfacht gesagt sind drei Esslöffel Öl pro Tag ein guter Richtwert. Das kann ein Löffel Butter, ein Löffel Olivenöl für den Salat und ein Löffel Rapsöl zum Anbraten sein."

    In der Zusammensetzung von Ölen unterscheidet man zwischen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren: "Gesättigte Fette sind in der Regel in tierischem Fett wie etwa Butter enthalten. Diese sollten wir nicht zu viel zu uns nehmen. Der Vorteil von Pflanzenölen ist, dass diese vor allem ungesättigte Fette enthalten: Hier gibt es die einfach und mehrfach gesättigten, zu Letzteren gehören die Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. In Österreich nehmen wir zu viel Omega-6-Fettsäuren zu uns, da Sonnenblumen- und Maiskeimöl sehr reich an diesen sind."

    Ein Zuviel von diesen Fettsäuren fördert Entzündungen wie Arthrose oder Rheuma. "Deswegen wäre es gut, wenn wir mehr Olivenöl und Omega-3-Fettsäuren aus Leinöl oder Hanföl zu uns nehmen würden. Auch Rapsöl kann man guten Gewissens verwenden."

    • Olivenöl: Schmeckt nach Oliven, Gras oder Artischocken. Olivenöle der höchsten Güteklasse (nativ extra, extra virgine) sind hitzestabil: Erst bei 175 Grad kann krebserregendes Acrylamid entstehen. Das Multitalent passt zu Salat, Gemüse, Fleisch und Desserts.
    • Sonnenblumenöl: Aus den Saaten der Sonnenblumen wird das geschmacksneutrale Öl gewonnen. Sonnenblumenöl weist ein ungünstiges Verhältnis von Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren auf, weil Omega-6-Fettsäuren mit den entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren konkurrieren.
    • Kokosöl: Die Nachfrage nach Kokosöl steigt, seitdem die Kritik an Palmöl lauter wird. Mit rund 90 Prozent ist der Anteil an gesättigten Fettsäuren doppelt so hoch wie jener in Schweineschmalz. Auch ist die Produktion nicht nachhaltiger, da der Ertrag der Ölpalme bei 3,3 Tonnen Palmöl pro Hektar liegt, bei der Kokospalme bei nur 0,7 Tonnen Kokosöl.
    • Hanföl: Es eignet sich nicht zum Braten, aber zum Verfeinern von Salaten. Die Kombination aus einfach ungesättigten Fettsäuren und mehrfach ungesättigten Omega-Fettsäuren soll vor Herzkrankheiten schützen und den Cholesteringehalt im Blut senken.
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