Wissen | Gesundheit
02.06.2018

Fußball spielen im Alter: So kann Diabetes vorgebeugt werden

Zweimal pro Woche Fußball spielen und gesünder Essen: Das verbesserte das Leben von 55- bis 70-Jährigen in einer Studie.

Um später noch mobil zu sein, sollte man spätestens mit 60 Jahren noch etwas für seinen Körper tun. Das bestätigte eine Studie, die im Scandinavian Journal of Medicine and Science in Sports erschien. 50 Frauen und Männer im Alter von 55 bis 70 Jahren nahmen an einer 16-wöchigen Untersuchung teil. Sie alle waren untrainiert, körperlich nicht fit, hatten Prädiabetes die Vorstufe zu Diabetes Typ 2 und die meisten von ihnen waren übergewichtig. 27 Männer und Frauen spielten zweimal pro Woche Fußball und erhielten Ernährungsberatung. Die restlichen 23 Studienteilnehmer wurden nur bezüglich ihrer Ernährung beraten. Das Ergebnis: Die fußballspielende Gruppe verbesserte ihre Herz-Kreislauf-Gesundheit signifikant, was sie besonders vor kardiovaskulären Erkrankungen schützt.

Muskelaufbau im Alter

In beiden Gruppen besserten sich die Blutzuckerwerte, allerdings verringerten die Fußballer ihre Cholesterin- und Körperfettwerte wesentlich. So ging auch das Risiko zurück, an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Außerdem nahm die sportlichere Gruppe gesünder ab: Während die Ernährungsgruppe nämlich auch Muskelmasse verlor, bauten die Sportler zusätzlich zur Körperfettreduktion ganze 0,7 Kilogramm an Muskeln auf. Das ist für ältere Menschen, die zweimal die Woche circa 30 bis 60 Minuten lang ein leichtes Training einlegten, nicht unbeachtlich. Peter Krustrup, Professor an der University of Southern Denmark, der an der Studie mitgearbeitet hat, sagte: "Personen, die Ernährungsberatung und Fußball-Training kombinieren, können sowohl viel Gewicht verlieren, als auch eine beträchtliche Menge an Muskelmasse aufbauen." Dies könne gerade im höheren Alter helfen, Verletzungen vorzubeugen.

Die Idee, dass 70-Jährige Fußball spielen könnten, um ihre Gesundheit zu verbessern, ist neu. Die Untersuchung zeigt erstmals, dass "Fußball-Fitness" – der Fokus liegt dabei auf längerem Aufwärmen, kurzen Drills und Spielen auf einem kleineren Feld – auch für die ältere Bevölkerung geeignet ist. Die Teilnehmer hatten Spaß beim Training und sie trugen keine gravierenden Verletzungen davon. Außerdem fanden sie besonders den sozialen Aspekt ansprechend: Sie konnten andere Menschen kennenlernen und neue Beziehungen knüpfen. Vielen gefiel Fußball-Fitness so sehr, dass sie gleich damit weitermachten.