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Wissen Gesundheit
10/09/2021

Das sind Warnsignale für Essstörungen bei Jugendlichen

Hinweise auf eine Erkrankung bietet meist das Verhalten und weniger die Figur. Expertin Claudia Fuchs im Interview (mit Video).

von Theresa Bittermann

„Ich hab mir schon auf dem Heimweg etwas zu essen geholt, ich brauch nichts mehr, danke.“ – Sätze wie dieser können ein Warnsignal für eine mögliche Essstörung bei Jugendlichen sein. Aber die Hinweise sind vielfältig und oft schwer von normalen pubertären Verhaltensauffälligkeiten zu unterscheiden.

Indikator Nummer Eins sind jedenfalls nicht Veränderungen an der Figur, sondern im Verhalten.  Lassen die Kinder immer öfter gemeinsame Familienessen aus oder ist der Vorratsschrank plötzlich geplündert, könnte das ein Alarmzeichen sein. „Weitere Indizien können eine starke Zurückgezogenheit des Kindes, ein veränderter Freundeskreis oder auch Selbstverletzungen sein“, erklärt Psychotherapeutin Claudia Fuchs vom Kompetenzzentrum „so what“.

Fokus auf das Wohlbefinden lenken

Wichtig: Nicht wegschauen, sondern versuchen ins Gespräch zu kommen. „Legen Sie den Fokus nicht auf das Essverhalten, sondern beginnen Sie ein generelles Gespräch mit den Fragen: Was ist denn los? Wie geht es dir denn? – Dort liegt auch meistens die Wurzel des Problems.“

Hinter Essstörungen stecken meist vielmehr Sehnsuchtsstörungen, erklärt Fuchs. Denn die Gründe für eine solche Krankheit liegen oft tiefer:  „Essstörungen sind psychosomatische Erkrankungen, meistens geht es dabei um das Selbstwertgefühl, Orientierungslosigkeit oder gefühlte Einsamkeit.“

Negativer Einfluss

Dazu kommt, soziale Medien – allen voran Instagram (gehört zu Facebook) – seien wissentliche Treiber, wie die jüngste Enthüllung einer Ex-Mitarbeiterin zeigt. 17 Prozent junger Nutzerinnen würden angeben, dass die Makellosigkeit auf Instagram ihre Essstörungen verschlimmere.

Das häufigste Krankheitsbild unter den Essstörungen ist aber nicht die Magersucht, sondern die Binge-Eating-Disorder, bei der Essanfälle auftreten. Besonders gefährlich dabei: Diese Krankheit ist körperlich nicht unbedingt sichtbar und daher von außen schwer zu erkennen. So auch bei der Bulimie, bei der Essen wieder hinaufgewürgt wird.

Einen Überblick zu Hilfsangeboten gibt es auf der Seite der Österreichischen Gesellschaft für Essstörungen unter www.oeges.or.at/betreuung.html. Erste Anlaufstelle für Jugendliche ist etwa der Telefondienst Rat auf Draht (147).

Sehen Sie hier ganze Video-Interview:

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