Coronavirus phase three of the emergency in Rome

© EPA / ANGELO CARCONI

Politik Inland
10/01/2021

Essstörungen und Angst: Jugendliche leiden besonders unter Pandemie

Isolation zu Hause, Zukunftsängste, gestresste Eltern - und das seit mehr als eineinhalb Jahren. Wie sehr die Corona-Pandemie Jugendliche mitnimmt, zeigt sich auch an der Zahl der Krankenhausaufenthalte. Um 30 Prozent sind die Aufnahmen 2022 gestiegen.

von Christian Böhmer

"Die Zahl an emotionalen Störungen, an Verstimmungen, Angstzuständen und Depressionen hat Pandemie-bedingt deutlich zugenommen."

Wer wissen will, was Covid-19 emotional mit Österreichs Kindern und Jugendlichen angestellt hat, der tut gut daran, sich mit Kathrin Sevecke zu unterhalten.

Die Universitätsprofessorin ist Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und hat zwei aktuelle Quellen, auf die sie sich mit stützen kann: ihren klinischen Alltag in den Spitälern Innsbruck und Hall sowie eine laufende Studie unter Tirols Kindern und Jugendlichen. "Und beides zeigt leider, dass die Kinder und Jugendlichen auffallend stark belastet sind", sagt Sevecke zum KURIER.

So hat etwa die Zahl der Aufnahmen wegen akuter Gefahren (Selbstverletzungen, Angstzustände, etc.) im laufenden Kalenderjahr um rund 25 bis 30 Prozent zugenommen.

Insbesondere was das Phänomen der Essstörungen angeht, sind die Patientinnen bei der Aufnahme in einem viel schlechteren Zustand als vor der Pandemie. "Die Jugendlichen sind extrem abgemagert."

Sevecke erklärt sich dieses Phänomen so: "In den Lockdowns und während der Pandemie war offenbar noch mehr Zeit, um sich intensiv mit dem eigenen Körper auseinanderzusetzen. Im Internet findet man extreme Workouts und Diäten." Gleichzeitig hätten die Patientinnen weniger soziale Kontakte mit Lehrern, Freunden und Mitschülern, die auf Schwierigkeiten aufmerksam werden und diese adressieren können.

Und die Eltern? "Sie sehen in vielen Fällen aufgrund der eigenen Belastung weniger genau hin."

Für Sevecke ist erwiesen, dass Kinder- und Jugendliche angesichts der mannigfaltigen Belastungen eher geschont werden müssen.

Die Isolation zu Hause, fehlende Hobbys, Zukunftsängste, Eltern, die vielleicht keinen Job mehr oder nur noch die Kurzarbeit haben: All das ist für junge Menschen sehr viel auf einmal."

Das Ziel der Gesellschaft müsse in dieser Phase daher sein, nicht zu viel Druck auf die Jungen aufzubauen. "Wir müssen danach trachten, die Kinder jetzt behutsam zu stabilisieren."

 

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