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Wissen Gesundheit
07/21/2020

Coronavirus: "Masken können uns vor Lockdown bewahren"

Infektiologen begrüßen ausgeweitete Maskenpflicht: „Im Vergleich zu anderen Maßnahmen billig und sozial verträglich“.

von Ernst Mauritz

„Ich halte das für eine richtige Entscheidung. Es gibt mittlerweile ausreichend Daten, dass das Tragen von Masken die Infektionsrate senkt“, sagt Infektiologe Florian Thalhammer, MedUni / AKH Wien. „Alle Länder mit breiter Maskenpflicht sind bisher besser davongekommen.“

AGES-Infektiologe Franz Allerberger sagte im Ö1-Morgenjournal, dass bisher in Österreich kein belegter SARS-CoV-2-Ausbruch auf einen Supermarkt zurückzuführen war. Im Ausland gebe es belegte Fälle in Einkaufszentren, in Österreich nicht.

„Ich sehe es ganz pragmatisch“, sagt dazu Thalhammer: „Der Supermarkt steht für mich als Pars pro Toto, als ein Teil des öffentlichen Raumes: Wir haben in der Zeit der generellen Maskenpflicht nicht nur bei uns im AKH gesehen, wie die Krankenstände für Erkältungskrankheiten dramatisch zurückgegangen sind. Aber jetzt wurden viele leichtsinnig. Das aber ist gefährlich.“ Dass es bisher keinen belegten Cluster in einem Supermarkt gab, bedeute ja nicht, dass es dort keine Ansteckungen gab: „Aber das ist halt durch die Kundenfluktuation auch viel schwerer nachzuvollziehen.“

Thalhammer würde auch eine weitergehende Maskenpflicht in öffentlichen Räumen begrüßen: „Man gewöhnt sich schnell daran. Mir ist es lieber, ich gehe mit Maske einkaufen, als ich kann nicht einkaufen gehen, weil wir die Wirtschaft wieder runterfahren müssen. Das will niemand.“ Ab Herbst werde man die Masken auch brauchen, um die Grippeaktivität zu reduzieren.

Ähnlich sieht es auch die Infektiologin Ines Zollner-Schwetz von der MedUni Graz: „Vielleicht haben wir Supermarkt-Cluster bisher einfach nicht entdeckt.“ Bei steigenden Infektionszahlen sei es insgesamt sinnvoll, in öffentlichen geschlossenen Räumen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes – in Zusammenhang mit Händehygiene und Abstand halten – zu verordnen: „Infrage kommen alle Räume, in denen man länger als 15 Minuten miteinander zu tun hat und wo der Mindestabstand nicht immer eingehalten werden kann.“

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Natürlich sei bei heißen Temperaturen das Tragen von Masken sehr unangenehm: „Das weiß ich aus eigener Erfahrung im Krankenhaus. Aber es ist eine Möglichkeit, uns vor einem neuerlichen Lockdown zu bewahren. Und im Vergleich zu anderen Maßnahmen ist es billig und sozial verträglich.“

 

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