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Wissen Gesundheit
05/19/2021

Corona: Warum die Infektionszahlen jetzt plötzlich sinken

Für den Epidemiologen Gerald Gartlehner spielen mehrere Faktoren zusammen, die zu weniger Neuinfektionen führten.

von Ingrid Teufl

Es wirkt fast wie für das Ende des Lockdowns bestellt: Täglich werden weniger Neuinfizierte registriert – so wenige wie zuletzt im Herbst. Dass die Infektionszahlen so schnell sinken, überrascht selbst Experten, die mit einem langsameren Abflachen gerechnet hätten.

Doch warum gelingt gerade jetzt etwas so leicht, das monatelang trotz strenger Maßnahmen nicht klappte? Da spielen verschiedene Faktoren zusammen, sagt der Epidemiologe Gerald Gartlehner, Leiter des Departments für evidenzbasierte Medizin an der Donau-Uni Krems. „Direkt an einem Ereignis festzumachen ist es nicht.“

Lockdowns

Die Lockdowns hält er rückblickend für richtig. „Vor allem im Osten hatten sie positive Auswirkungen auf die Infektionszahlen, besonders aber auf die Spitalsaufenthalte und Intensivstationen.“

Saisonale Effekte

Einen wesentlichen Anteil am starken Sinken dürfte allerdings der saisonale Effekt haben. „Ich glaube, es hängt mit der Änderung unseres Verhaltens zusammen. Wir halten uns mehr im Freien und weniger in geheizten Räumen auf.“ Gerade letzteres trockne die Schleimhäute aus und biete Viren Angriffsflächen. Zudem gingen auch die bereits vor SARS-CoV-2 bekannten Coronaviren in der warmen Jahreszeit zurück. Überschätzen sollte man den Einfluss von Wärme und Sonne nicht: „Auch in warmen Regionen wie etwa Florida gab es sehr viele Covid-Fälle.“

Impfen

Und das Impfen? Modellberechner stufen ihre Folgen auf die Infektionszahlen derzeit noch zu gering ein. Gartlehner meint jedoch: „Vor allem bei den Älteren, die zuerst geimpft wurden, sah man bereits einen Rückgang.“ In den nächsten Wochen hält er das Impftempo für „absolut“ entscheidend: „Es sollen so viele wie möglich geimpft werden.“

Dazu passt, dass das Land NÖ am Dienstag ein Vormerksystem für 12- bis 16-Jährige freischaltete, obwohl die verfügbaren Impfstoffe bisher nicht für diese Altersgruppe zugelassen sind. Man wolle eine Vorreiterrolle einnehmen, hieß es.

Zukunft

Was die Zukunft betrifft, ist Epidemiologe Gartlehner durchaus optimistisch gestimmt. „Die Öffnungen sind absolut vertretbar.“ Zwar rechnet er mit lokalen Ausbrüchen und einem größeren Ansteckungsrisiko im Herbst. „Die Zahlen werden aber nicht mehr so viele werden. Die großen Wellen und die Lockdowns sind überstanden“, glaubt er.

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