Medikamente, Impfstoffe, Therapien: Was 2026 für die Gesundheit bringt
2026 könnte eine neue, wirksame Tablette zur Gewichtsreduktion auf den Markt kommen.
Neue Arzneien, neue Impfstoffe, voll finanzierte Kassenplätze für psychologische Behandlungen, ein geplantes Verbot von Einweg-E-Zigaretten: Einige Beispiele, was sich 2026 im Bereich Gesundheit und Medizin global und national tut.
1. Neue Medikamente
Abnehmen:
Bereits kurz vor Weihnachten wurde eine Abnehmtablette von Novo Nordisk in den USA zugelassen, 2026 wird neben der europäischen auch die Zulassung weiterer oraler Abnehmmedikamente erwartet.
Ein in Studien erfolgreicher Wirkstoff ist Orforglipron, der den Vorteil hat, dass er im Magen nicht abgebaut wird wie bisherige GLP-1-Rezeptoragonisten, und daher oral eingenommen werden kann. Er zeigt gute Ergebnisse in Bezug auf Blutzuckersenkung und Gewichtsreduktion.
Ebenfalls ein neuer, noch nicht zugelassener Wirkstoff ist Retatrutid, der an drei Hormone bindet und noch effektiver bei der Gewichtsreduktion sein soll. Zudem wird an weiteren Wirkstoffen aus dieser Gruppe intensiv geforscht.
Herz:
Erwartet werden neue Medikamente gegen Lipoprotein(a), ein oft unterschätzter Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, der auch bei schlanken, gesunden und sportlichen Menschen erhöht sein kann, da er vor allem genetisch bestimmt ist.
Mit zum Beispiel Lepodisiran ist ein vielversprechender, langwirkender Wirkstoff in Vorbereitung, der die Produktion von Lp(a) in der Leber hemmt, um das kardiovaskuläre Risiko zu senken.
2. Neuer Krebstest:
In Großbritannien werden 2026 Ergebnisse der bisher größten Studie mit einem Bluttest erwartet, der 50 Krebsarten vor dem Auftreten von ersten Symptomen erkennen soll, berichtet das Wissenschaftsjournal Nature. Der Test spürt Erbgut-Bruchstücke von Krebszellen im Blut auf – diese kann er einem bestimmten Organ zuordnen.
Zu diesem Zeitpunkt sind die Erkrankungen noch in einem gut behandelbaren bzw. oft sogar noch heilbaren Frühstadium. In die Studie sind 140.000 Personen eingeschlossen.
3. Impfstoffe:
Gürtelrose, Pneumokokken:
Ab Mitte Jänner sollen wieder die für alle Personen ab 60 und bestimmte Risikopersonen (unabhängig vom Alter) kostenlosen Impfungen gegen Gürtelrose und Pneumokokken ausgeliefert werden.
Covid-19:
Ein Covid-Impfstoff der nächsten Generation (von der US-Firma Moderna) könnte heuer in der EU zugelassen werden – die Europäische Arzneimittelagentur hat eine Zulassung im Dezember 2025 bereits empfohlen: Er enthält nicht mehr die Bauanleitung (mRNA) für das gesamte Oberflächenprotein des Coronavirus, sondern nur mehr für zwei Teile. Eine geringere Dosierung soll das Risiko für Nebenwirkungen weiter senken.
Borreliose ist eine durch Zecken übertragene bakterielle Infektionskrankheit. Auslöser sind Borrelien, Bakterien, die zu Hautrötungen (Wanderröte), Gelenk-, Nerven- und Herzproblemen führen können.
Lyme-Borreliose:
2026 könnten die Pharmafirmen Valneva und Pfizer den Zulassungsantrag für ihren Impfstoffkandidaten gegen Lyme-Borreliose einreichen. 9.400 Personen nahmen an der Zulassungsstudie (Phase 3) teil, die Impfungen sind abgeschlossen, jetzt wird auf die Daten gewartet.
4. Psyche:
Psychologische Therapie:
Ab 1. Jänner 2026 wird es erstmals voll finanzierte Kassenplätze für klinisch-psychologische Behandlungen geben. Seit zwei Jahren kann bereits ein Kostenzuschuss bei den Krankenkassen beantragt werden. Nun stehen pro Jahr zusätzlich 120.700 Behandlungseinheiten zur Verfügung, die zur Gänze bezahlt werden.
Versicherte werden sich über eine zentrale Servicestelle des Berufsverbandes Österreichischer PsychologInnen (BÖP) anmelden können und werden dann an wohnortnah tätige Psychologinnen und Psychologen vermittelt.
Psychotherapie-Ausbildung:
Mit der 2024 in Kraft getretenen Novelle des Psychotherapiegesetzes wandert die Psychotherapieausbildung schrittweise an die Universitäten. Ab Herbst werden erstmals 500 Masterstudienplätze an den Unis in Wien, Innsbruck, Salzburg, Linz, Graz, Klagenfurt und Krems zur Verfügung stehen, heißt es beim Österreichischen Berufsverband für Psychotherapie (ÖBVP).
Ziel ist, Angebot und Qualität der Psychotherapie auszubauen – und den Zugang zur Ausbildung leistbarer zu machen. Derzeit findet die Ausbildung vor allem an privaten außeruniversitären Einrichtungen statt und kostet bis zu 50.000 Euro.
Gesund aus der Krise:
Gute Nachrichten auch für Kinder und Jugendliche: Das Projekt „Gesund aus der Krise“ des BÖP und des ÖBVP bietet seit 2022 österreichweit kostenlose und niederschwellige psychosoziale Unterstützung bis zum 21. Lebensjahr an. Zuletzt stellte das Gesundheitsministerium wieder über 35 Millionen Euro bereit. Die Finanzierung ist damit bis Mitte 2027 gesichert.
5. Gesetzliches:
Tabakgesetz:
Mit einer Gesetzesnovelle ist ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten ab Ende 2026 geplant. Geplant sind auch strengere Bestimmungen für Nikotinbeutel und E-Liquids sowie ein Wegwerfverbot von Tabakprodukten auf Spielplätzen.
Eltern-Kind-Pass:
Ab 1.10. wird das gelbe Papierheft durch den elektronischen Eltern-Kind-Pass ersetzt. Alle neu registrierten Schwangerschaften werden in den elektronischen Pass eingetragen. Es wird aber auch möglich sein, einen Ausdruck anzufordern.
Im ersten Halbjahr 2026 soll auch eine Ausweitung des Untersuchungsprogramms festgelegt werden. Vorgesehen ist u. a. eine zusätzliche freiwillige Hebammenberatung und ein zusätzlicher vierter Ultraschall.
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