Wissen
08.11.2018

Babylachen ähnelt jenem der Schimpansen

Der Ausdruck des Glücksgefühls bei Babys gleicht Forschern zufolge jenem der Schimpansen.

Für viele Eltern ist es ein unvergesslicher Moment: das erste Lachen ihres Babys. Etwa ab der sechsten Lebenswoche können Säuglinge bewusst lächeln. Mit fortschreitendem Alter gehen Babys immer differenzierter mit ihrem Lachen um. Sie lächeln, wenn sie sich wohlfühlen, ihnen etwas gefällt oder sie glücklich sind – und, zumindest anfangs, am liebsten in Gesellschaft ihrer Eltern.

Die Art und Weise, wie ein Baby lacht, unterscheidet sich deutlich vom Erwachsenen. Spannende Details über das Babylachen haben nun Forscher der niederländischen Universität von Amsterdam herausgefunden. Ein Wissenschaftlerteam rund um Psychologin Disa Sauter stellte fest, dass Babys während dem Lachen ein- und ausatmen. Damit ähnelt ihr Lachen kurioserweise jenem der Schimpansen.

Hörbeispiele analysiert

Für ihre Erhebung, die im Journal of the Acoustical Society of America veröffentlicht wurde, untersuchten die Forscher Audioaufnahmen von 44 Babys im Alter zwischen drei und 18 Monaten. Bei der Analyse – hierfür wurden Psychologiestudenten rekrutiert, die bewerten mussten, ob die Babys beim Ein- oder Ausatmen lachten – der Hörproben zeigte sich, dass sehr kleine Babys sowohl während dem Einatmen als auch während dem Ausatmen lachen. Je älter die Babys waren, desto seltener konnte dieser physiologische Prozess festgestellt werden.

"Erwachsene Menschen lachen auch manchmal beim Einatmen, aber proportional gesehen viel seltener als Säuglinge und Schimpansen. Unsere bisherigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass hier eine allmähliche und keine plötzliche Verschiebung passiert", erklärt Sauter. Es habe sich außerdem herausgestellt, dass die Veränderung der Physiologie des Lachens mit keinem konkreten Entwicklungsstadium der Kinder einhergehe.

Sauter zufolge gebe es keinen wissenschaftlich erforschten Grund, warum Menschen, als einzige unter den Primaten, nur beim Ausatmen lachen. Denkbar sei, dass dies als Folge der Stimmkontrolle geschehe, die Menschen entwickeln, wenn sie sprechen lernen. Sauter gibt aber zu bedenken, dass die Analyse der Daten nicht von Experten durchgeführt und daher in ihrer Aussagekraft begrenzt sei.

Weitere Studien seien daher vonnöten – auch um die neuen Erkenntnisse innerhalb der Entwicklung von Säuglingen zu verorten und zur Diagnose von Entwicklungsbeeinträchtigungen zu nutzen.