Bei vielen Österreichern ist das Geld knapper geworden

© APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft
06/17/2021

Wieso Ihr Erspartes immer weniger wert ist

Berechnungen der Agenda Austria zeigen: Österreicher sparen nach wie vor zu konservativ. Was sind die Alternativen?

von Michael Hammerl

Die Inflation kletterte im Mai auf 2,8 Prozent, nach 1,9 Prozent im April. Ausschlaggebend für den Anstieg der Teuerung waren deutliche Preisschübe, insbesondere bei Treibstoffen, aber auch bei Nahrungsmitteln, Möbeln und Bekleidung, teilte die Statistik Austria am Donnerstag mit.

Allgemein gilt: Ob Sparbuch, Konto oder Bargeld – die Sparmethoden der Österreicher sind immer noch konservativ. Rentiert sich das auf lange Sicht? Nein. Wer sein Geld dergestalt "anlegt", verliert durch die Inflation. Die Zinsen auf Sparbuch und Konto sind und bleiben niedriger als der Preisanstieg. Von Jänner 2011 bis Dezember 2020 wurde etwa Bier um 17 Prozent, Kaffee, Tee und Kakao um 28,3 Prozent, Zeitungen und Zeitschriften gar um 48,8 Prozent teuer.

Was tun?

Aktuelle Berechnungen des wirtschaftsliberalen Think Tanks Agenda Austria zeigen: "Der durchschnittliche österreichische Haushalt verlor 2018 durch die Inflation fast 1.300 Euro. Im Jahr 2020 waren es mehr als 1.000 Euro." Wie kann man sein Geld vor dieser Entwertung schützen?

"Die Ersparnisse stattdessen in günstigen und breit gestreuten Aktienfonds anzulegen, wäre wohl eine gute Idee", sagt Heike Lehner, Ökonomin der Agenda Austria. Auch andere Wertanlagen könne man jetzt überlegen: "Neben den Zinsen sind auch nach wie vor die Kredite niedrig", erklärt Lehner.

Österreicher haben derzeit etwa 300 Milliarden Euro auf Konten und Sparbüchern liegen – von der Inflation ungeschützt. "In Österreich, aber auch weiten Teilen Europas, gibt es nach wie vor eine aktienscheue Kultur", sagt die Ökonomin. Positivbeispiele seien etwa die Niederlande oder Schweden, wo bereits bei der Pensionsvorsorge stärker in private Fonds investiert wird.

Österreicher verlassen sich hingegen auf das staatliche Umlagesystem – dessen Finanzierung durch den Anstieg an Pensionierungen in den kommenden Jahrzehnten auf wackeligen Beinen steht. Lehner plädiert für einen allgemeinen Kulturwandel. Der Grundstein müsse bereits in den Schulen gelegt, ein Basiswissen für Finanzbildung entwickelt werden. "Dann bekommt man auch ein Gespür, wie viel Risiko sinnvoll ist", sagt Lehner.

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