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Wirtschaft
07/23/2019

Wie die Post Pakete künftig zustellen will

Ein dreimonatiger Testbetrieb in Wien lotet alternative Möglichkeiten mit dem Fahrrad aus.

von Robert Kleedorfer

Der Internethandel boomt und infolge auch das Geschäft mit der Zustellung von Paketen. Während sich die Besteller über ihre Pakete freuen, ärgern sich andere Verkehrsteilnehmer über die vielen Lieferautos, die zum Teil in zweiter Spur parken. Branchenprimus Post will nun dem verstärkten Verkehrsaufkommen und dem Co2-Ausstoß entgegentreten. Seit Anfang 2018 arbeitet sie dazu mit Vertretern aus Wirtschaft, Stadt Wien, Kunden und Universitäten an diversen Konzepten. Eines davon ist nun als dreimonatiges Pilotprojekt gestartet.

Dabei handelt es sich um den Einsatz von Elektro-Lastenrädern. Konkret bringt ein Lkw vom Verteilzentrum in Wien Inzersdorf bereits vorsortierte Zustellboxen in die lokale Zustellbasis im dritten Wiener Gemeindebezirk. In die Box auf dem Elektrorad passen laut Post-Logistikvorstand Peter Umundum 50 bis 80 Pakete. „Zwei bis drei Touren mit dem Lastenrad entsprechen einer Tour mit dem Transporter.“ Für die rund 15 Kilometer kommen die Fahrer „alle zwei bis drei Tage“ dran, so Umundum.

Elektroautos

Größere Pakete sollen weiterhin mit dem Auto zugestellt werden. Umundum verweist dabei auf die 1600 Elektroautos der Post, "die größte E-Flotte in Österreich".

Im  Oktober wird der Testbetrieb evaluiert. Unter anderen soll die Kundenzufriedenheit erhoben werden. Ist die Resonanz positiv, so soll es auf alle größeren Städte Österreichs ausgeweitet werden. „Wirtschaftlich geht es sich aus“, sagt Umundum, der keine Zusatzkosten erwartet. Vorerst wurden zwei Elektroräder angeschafft. Diese würden nicht auf Gehsteigen fahren, versichert Umundum.

Freilich werden mit diesen nur ein Bruchteil aller Pakete ausgeliefert. Betrug doch die im Vorjahr von der Post ausgeliefert Paketmenge 108 Millionen Stück. Heuer wird ein Plus von zehn Prozent erwartet.