Dreamliner-Pannen: Behörde ermittelt

File photo of a Boeing 787 Dreamliner airframe #8
Foto: Reuters/ANTHONY BOLANTE Boeing 787 Dreamliner, Listenpreis: 200 Millionen Dollar

Japanische Fluglinie meldete am Freitag einen Riss im Cockpit-Fenster.

Die Pannenserie beim neuen Boeing-Flugzeug Dreamliner ruft die US-Luftfahrtbehörde auf den Plan. Die Federal Aviation Administration (FAA) werde noch am Freitag die Presse über Fragen rund um die jüngsten Elektronikprobleme beim neuen Flugzeugmodell des US-Konzerns informieren, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

Die FAA werde eine Untersuchung der Stromversorgungssysteme des Dreamliners ankündigen, berichtete der Informationsdienst Bloomberg. Das Wall Street Journal berichtete von einer anstehenden Überprüfungen der Elektronik und der Qualitätskontrolle beim Bau. Die Behörde lehnte eine Stellungnahme dazu ab. Zuletzt hatten sich Zwischenfälle bei dem laut Listenpreis gut 200 Millionen Dollar teuren Flugzeug des EADS-Rivalen gehäuft.

Von Montag bis Mittwoch wurden täglich Probleme beim Modell 787 bekannt, die von Schwierigkeiten mit den Bremsen bis hin zu einem Brand an Bord eines leeren Flugzeugs reichten. Am Donnerstag verteidigte der Boeing-Chefingenieur öffentlich das Prestigeobjekt des Konzerns gegen Kritik und betonte, das Flugzeug sei absolut sicher.

Riss im Cockpit

Am Freitag meldete die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways einen Riss im Cockpit-Fenster eines Dreamliners, der während eines Inlandsfluges aufgetreten war. Die Maschine aus Tokio landete sicher auf ihrem Zielflughafen im Westen des Landes, der Rückflug wurde annulliert. Bei einem anderen ANA-Flugzeug wurde nach der Landung im südlichen Miyazaki zudem ein Ölleck entdeckt.

Das Jahr 2012 war mit "nur" 496 Toten das sicherste in der Luftfahrtgeschichte. Das geht aus der Sicherheitsbilanz des Unfalluntersuchungsbüros JACDEC hervor. Die Unfallanalysten haben zudem ein Ranking der 60 sichersten Airlines weltweit erstellt - für die Rangliste bitte weiterklicken. Im JACDEC-Sicherheitsranking 2012 hat die Finnair den Spitzenreiter des Vorjahres, Japans All Nippon Airways (ANA), verdrängt. Als sicherste Fluggesellschaft der Welt liegt Finnair vor Neuseelands Air New Zealand und der Cathay Pacific aus Hongkong. Alle drei hatten seit 30 Jahren weder Flugzeugverluste noch Unfalltote. Die deutsche Lufthansa, Air Berlin und die erstmals berücksichtigte Condor folgen auf den Plätzen elf, 23 und 34. Österreichische Fluglinien sind übrigens nicht gelistet. Air Berlin rutschte wegen mehrerer Zwischenfälle ab - von Rang neun auf 23. "Eine gefährliche Begegnung mit einem Ultraleichtflugzeug bei Zweibrücken, ein aufgrund eines geplatzten Reifens beim Start in Hamburg beschädigter Airbus A320 sowie die Triebwerksexplosion bei einer A330 in Thailand wirken sich negativ aus", begründen die Analysten die Wertung. Die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) musste aufgrund einer Ungeschicklichkeit eines Co-Piloten (er löste unabsichtlich einen Sturzflug aus) und Problemen mit dem Boeing-"Dreamliner" Platz eins hergeben. ANA liegt nun auf Rang 12. Für die Erstellung der Liste werden nicht nur sämtliche Flugzeug-Totalverluste erfasst, sondern auch schwere Zwischenfälle in den vergangenen zehn Jahren. Schlusslichter sind Air India (58)... ...die brasilianische TAM Airlines (59)... ... sowie die aus Taiwan stammende China Airlines (60). Weltweit sank die Zahl der Totalverluste von Flugzeugen - nach Ansicht der Autoren vor allem dank verbesserter Standards bei Ausbildung, Flugzeugtechnik und Luftraumüberwachung. Sie fiel von 45 auf 44 Flugzeuge. Im Bild: Flugzeugunglück in Moskau im Dezember 2012 Riskant bleiben vor allem Regionalgesellschaften in Konfliktländern. Die sichersten Luftfahrt-Regionen liegen in Europa, aber auch Nord- und Lateinamerika. Afrika, Russland, Pakistan oder Nepal mit seinen riskant anzufliegenden Airports sind Problemgebiete. Im Bild: Flugzeugabsturz im Sudan Die meisten Unfälle ereigneten sich mit Flugzeugtypen, die seit Jahren nicht mehr gebaut werden - vor allem robusten, aber betagten Antonow- oder Fokker-Propellermaschine. Im Bild: Antonow-Maschine in Russland Hingegen ging kein einziges der heute in der Produktion befindlichen Flugzeugtypen von Airbus- oder Boeing nach der 2012-Statistik bei einem Unfall verloren.
(APA / sho) Erstellt am
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