Boston: Feuer in Boeing-Dreamliner

epa03527285 Firefighters investigate the interior of a Japan Airlines 787 Dreamliner after reports of smoke in the aircraft at B… © Bild: APA/CJ GUNTHER

Nach Angaben der Feuerwehr war eine Batterie explodiert, die Geräte an Bord mit Strom versorgt. Verletzt wurde niemand.

Die Pannenserie um den modernsten Jet 787 "Dreamliner" des US-Flugzeugherstellers Boeing reißt nicht ab. In einem der Langstreckenflieger ist am Montag nach der Landung in Boston ein Feuer ausgebrochen. Wie die US-Luftfahrtbehörde mitteilte, wurde bei dem Vorfall in der aus Tokio kommenden Maschine der Fluggesellschaft Japan Airlines aber niemand verletzt. Alle 183 Passagiere und Besatzungsmitglieder waren demnach bereits vorher von Bord gegangen. Den Angaben zufolge brach das Feuer während eines Routine-Technikchecks am Flughafen von Boston aus, bei dem die Maschine für ihren nächsten Flug überprüft wurde.

Experte untersucht Flugzeug

Nach Angaben der Luftfahrtbehörde wurde nach der Landung um 10.00 Uhr Ortszeit (16.00 Uhr MEZ) am Montag Rauch im hinteren Bereich des Langstreckenfliegers entdeckt. Der Qualm sei von einer brennenden Batterie, die die Geräte des Flugzeugs versorgt, im Elektronikraum des Flugzeugs ausgegangen. Die Feuerwehr habe den Brand umgehend gelöscht. Den Angaben zufolge waren an Bord der Maschine zuvor 172 Passagiere, darunter ein Kleinkind, gewesen, sowie drei Piloten und acht Flugbegleiter. Die Nationale Behörde für Transportsicherheit erklärte, sie habe einen Experten zur Untersuchung des Flugzeugs entsandt.

In einer Stellungnahme kündigte der Flugzeugbauer Boeing an, er habe den Zwischenfall zur Kenntnis genommen und werde mit seinem Kunden Japan Airlines und den Behörden zusammenzuarbeiten. Der Boeing 787 Dreamliner ist das Prestigeobjekt des US-Unternehmens und der Konkurrent des A380 des europäischen Flugzeugbauers Airbus. Derzeit versucht Boeing, die Produktion des Riesenjets zu steigern.

Pannenserie

Der Dreamliner hat bereits mehrmals technische Probleme verursacht, unter anderem gab es Probleme mit den Getrieben. Ähnliche Schwierigkeiten hat aber auch Airbus mit dem A380. Im Februar 2012 hatte Boeing Probleme mit dem Rumpf des Dreamliners eingeräumt.

Die Boeing 787 mit Platz für 330 Passagiere ist überwiegend aus Leichtmaterial gebaut und verbraucht nach Angaben des Herstellers 20 Prozent weniger Treibstoff als vergleichbare Maschinen. Der Dreamliner war 2011 mit dreijähriger Verspätung an den ersten Kunden ausgeliefert worden, die All Nippon Airways aus Japan. Die ersten Flüge starteten im Oktober 2011.

Zuletzt musste sich der Flugzeughersteller mit undichten Treibstoffleitungen beim "Dreamliner" herumschlagen. Bis Ende Oktober hatte Boeing gut 30 dieser Maschinen ausgeliefert, nachdem sich die Erstauslieferung wegen technischer Probleme um mehr als drei Jahre verzögert hatte. Nach dem neuesten Bericht gab es an den Börsen Kursverluste bei Boeing.

Erstellt am 07.01.2013