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Teslafabrik in Deutschland.

© Tesla

Wirtschaft

Tesla baut aus Rezessionsangst tausende Stellen ab

Insgesamt will der Elektroauto-Bauer in den kommenden Monaten 3,5 Prozent aller Jobs wegfallen.

06/21/2022, 10:58 AM

Der weltgrĂ¶ĂŸte Elektroautobauer Tesla streicht aus Sorge ĂŒber eine weltweite WirtschaftsabkĂŒhlung tausende Stellen in der Produktion. Der Abbau werde in den nĂ€chsten drei Monaten vollzogen, kĂŒndigte Firmenchef Elon Musk am Dienstag auf dem von der Nachrichtenagentur Bloomberg organisierten Qatar Economic Forum an. Es gehe um zehn Prozent der lohnabhĂ€ngig BeschĂ€ftigten, was 3,5 Prozent der Gesamtbelegschaft entspreche - es seien also nicht besonders viele, so Musk. Ende 2021 beschĂ€ftigte der US-Konzern weltweit rund 100.000 Mitarbeiter, somit wĂ€ren es mehr als 3.000 Betroffene.

Der Tesla-Chef hatte intern schon Anfang Juni ĂŒber die PlĂ€ne informiert. In einer Reuters vorliegenden Mail hatte er das mit einem "superschlechten GefĂŒhl" ĂŒber die Wirtschaftsentwicklung begrĂŒndet. Eine Rezession in nĂ€chster Zeit sei möglich, sagte er dazu jetzt. "Es ist nicht sicher, aber es scheint wahrscheinlicher." Der US-Elektroautopionier wollte im zweiten Quartal das Rekordniveau beim Absatz zum Jahresauftakt von rund 310.000 Fahrzeugen halten. Lockdowns in China bremsten zuletzt aber zunehmend die Produktion im Werk Shanghai.

Unmut in Deutschland

Was die AbbauplĂ€ne fĂŒr das deutsche Tesla-Werk in GrĂŒnheide bedeuten, blieb offen. Dort lĂ€uft gerade der Stellenaufbau. Ein Firmensprecher war zunĂ€chst nicht erreichbar. Die deutsche Gewerkschaft IG Metall hatte am Wochenende auf einen zunehmenden Unmut der Belegschaft in GrĂŒnheide wegen zu niedriger und ungleicher Löhne hingewiesen. Deswegen komme auch die Rekrutierung neuer Mitarbeiter nicht so schnell voran wie geplant.

"Tesla will bis zum Jahresende rund 12.000 BeschĂ€ftigte an Bord haben. Um dieses Ziel zu erreichen, wird das Management bald beim Entgelt eine Schippe drauflegen mĂŒssen", erklĂ€rte die Leiterin des IG-Metall-Bezirks Berlin-Brandenburg-Sachsen, Birgit Dietze. Nach Erkenntnis der Gewerkschaft ist die Bezahlung um bis zu 20 Prozent niedriger als die Tariflöhne bei konkurrierenden Autobauern in der Region. Inzwischen sei die Tesla-Werksleitung dazu ĂŒbergegangen, bei Neueinstellungen mehr Entgelt anzubieten als bei frĂŒheren Besetzungen.

Klage wegen KĂŒndigungsfrist

Der offenbar schon begonnene Stellenabbau in den USA sorgt bereits fĂŒr Ärger. In Texas steht Tesla wegen des Verdachts der MassenkĂŒndigungen ohne Einhaltung der KĂŒndigungsfrist am Pranger. Zwei ehemalige BeschĂ€ftigte erklĂ€rten, sie seien im Juni in der Gigafabrik in Sparks fristlos gekĂŒndigt worden, heißt es in der am Montag eingereichten Klageschrift. Demnach habe Tesla mehr als 500 Mitarbeiter in diesem Monat auf die Straße gesetzt. Nach dem US-Arbeitsrecht sei bei einer solchen MassenkĂŒndigung eine 60-tĂ€gige KĂŒndigungsfrist vorgeschrieben. "Tesla hat den Angestellten lediglich mitgeteilt, dass ihre KĂŒndigungen sofort wirksam werden wĂŒrden", heißt es in der Klage. Die gefeuerten Mitarbeiter streben eine Sammelklage an. Tesla war zunĂ€chst nicht fĂŒr eine Stellungnahme zu erreichen.

Die ehemaligen BeschĂ€ftigten fordern Lohn und Leistungen fĂŒr die 60 Tage. KlĂ€ger-AnwĂ€ltin Shannon Liss-Riordan erklĂ€rte, Tesla biete einigen BeschĂ€ftigten eine Abfindung in Höhe eines Wochenlohnes an. Das sei zu wenig.

 

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