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Wirtschaft
02/20/2020

Spar steigert Marktanteil in Österreich auf knapp ein Drittel

Der Gesamtumsatz des Handelskonzerns stieg 2019 um fast 5 Prozent. Heuer will Spar 750 Millionen Euro investieren.

Der Spar-Handelskonzern hat Umsatz, Gewinn und Marktanteile im vergangenen Jahr gesteigert. Der Umsatz erhöhte sich um 4,7 Prozent auf 15,72 Mrd. Euro. "Der Gewinn vor Steuern (EBT, Anm.) stieg von 324 Millionen Euro im Jahr 2018 auf 352 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Die Netto-Umsatzrendite stieg von 3,1 auf 3,2 Prozent", sagte Konzernchef Gerhard Drexel im Gespräch im der APA.

Besonders erfreulich sei, dass Spar einmal mehr über dem Markt gewachsen sei, denn auch der Umsatz der Spar-Geschäfte in Österreich kletterte um 4,7 Prozent auf 7,2 Mrd. Euro. Die Branche habe voriges Jahr um 2,1 Prozent zugelegt, so Drexel. Der Spar-Marktanteil stieg somit laut dem Konzernchef von 31,9 Prozent anno 2018 auf 32,7 Prozent im Vorjahr. "Das ist ein Höchststand und doch eine schöne Marktposition."

Die Spar Österreich-Gruppe hat insgesamt 3.207 Standorte und 85.006 Mitarbeiter in mehreren Ländern. Die gesamte Verkaufsfläche beläuft sich auf knapp 2,6 Millionen Quadratmeter. Mehr Details für das Jahr 2019:

SPAR ÖSTERREICH

besteht aus Spar, Eurospar, Interspar und Maximarkt. Es gibt 1.557 Standorte und 43.974 Mitarbeiter, davon 2.214 Lehrlinge. Der konsolidierte Brutto-Umsatz belief sich auf 6,42 Mrd. Euro ohne die rund 700 selbstständigen Spar-Kaufleute und auf 7,20 Mrd. Euro samt den Kaufleuten.

AUSTRIA SPAR INTERNATIONAL AG (ASPIAG)

ist in Italien, Slowenien, Ungarn und Kroatien tätig. Der Umsatz in diesen Ländern belief sich mit 37.393 Mitarbeitern (davon 671 Lehrlinge) im Vorjahr auf 5,99 Mrd. Euro. Größte Umsatzbringer waren die Geschäfte in Italien (2,33 Mrd. Euro), gefolgt von jenen in Ungarn (2,09 Mrd. Euro).

HERVIS

ist in Österreich mit 106 und im Ausland mit 131 Filialen tätig. Der Umsatz belief sich voriges Jahr auf 0,51 Mrd. Euro. Mitarbeiter zählt der Sporthändler 3.250, davon 389 Lehrlinge.

SES SPAR EUROPEAN SHOPPING CENTERS

verfügt über 29 Standorte und 389 Mitarbeiter. Die verpachtete Fläche beläuft sich auf 790.000 Quadratmeter. Der Umsatz betrug 2,83 Mrd. Euro.

SPAR-ÖSTERREICH-GRUPPE

zählt somit insgesamt 85.006 Mitarbeiter, davon 45.764 in Österreich. Insgesamt werden 3.271 Lehrlinge ausgebildet, davon 2.485 in Österreich. Der Gesamtumsatz kletterte von 2018 auf 2019 um 4,7 Prozent auf 15,72 Mrd. Euro.

Knapp hinter Rewe

Auf die Frage, ob Spar bald Marktführer in Österreich sein will, sagte Drexel, es sei das "Hauptziel, Jahr für Jahr über Markt zu wachsen. Wenn wir jedes Jahr deutlich stärker als die Branche im Durchschnitt wachsen, dann schlägt sich das in den Marktanteilen nieder." 2018 lag Spar-Hauptkonkurrent Rewe (mit Billa, Adeg, Penny, Merkur) mit einem Marktanteil von 34,1 Prozent vorne.

Das Wachstum von Spar entfiel vor allem auf bestehende Flächen. "Auf der unveränderten Fläche sind wir um Vorjahr um 4,1 Prozent gewachsen. Dazu kam der Expansionseffekt von 0,6 Prozent", erläuterte Drexel. "Das ist ein sehr gesundes Wachstum, das auf eine konsequente und fokussierte Sortimentsarbeit zurückzuführen ist. Schon 40 Prozent des Umsatzes in Österreich entfallen auf Spar-Eigenmarken." Der Branchenschnitt liegt bei 22 Prozent.

750 Millionen Euro Investitionen

Voriges Jahr hat Spar insgesamt 680 Mio. Euro investiert. "Heuer sieht der Investitionsplan 750 Millionen Euro vor", sagte Drexel. Damit wurden bzw. werden im In- und Ausland neue Standorte eröffnet und bestehende modernisiert sowie auf das neue Supermarktkonzept umgestellt. Heuer sollen das zwischen 80 und 90 sein. Aktuell entsteht in Monselice bei Padua ein komplett neues Tann-Frischfleisch-Werk und ein neues Distributionszentrum für das Gebiet Norditalien. Die Einkaufszentren-Tochter der Spar, die SES, eröffnet noch im März ein 32.000-Quadratmeter-Shoppingcenter in Ljubljana.

Im Gesamtkonzern kamen voriges Jahr 2.200 Jobs dazu, davon rund 1.000 in Österreich. "Auch heuer wollen wir sicherlich wieder rund 1.000 neue Arbeitsplätze schaffen." Spar (Spar, Eurospar, Interspar) hat rund 1.500 Geschäfte in Österreich. Etwa 700 davon werden von selbstständigen Spar-Kaufleuten geführt. Deren Zahl ist konstant, sagt Drexel, über "die Wurzel der Spar, auf die wir sehr stolz sind". Im benachbarten Ausland habe sich auch gezeigt, dass die Kaufleute "manchmal aus dem lokalen Umfeld mehr herausholen können als Filialen".

Chefwechsel bei Hervis

Bei der Sport- und Freizeithandelstochter Hervis kam es zuletzt wegen "Auffassungsunterschieden" zu einem Wechsel der Geschäftsführung. Derzeit wird an einer Neuausrichtung gearbeitet, die in Richtung Qualität geht, so Drexel. Vor allem am Heimmarkt Österreich ist zuletzt viel Konkurrenz dazugekommen. Hervis sei aber sowohl im In- als auch im Ausland gewachsen und habe immer Gewinn gemacht, so Drexel. "Nun werden wir noch klarer unsere Marktposition definieren und noch mehr den Fokus auf Beratung und Service für die Kunden legen."

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