Bei Sojabohnen sind es nur 34 Prozent.

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Wirtschaft
07/12/2021

Soja: Österreich will Importe aus Südamerika reduzieren

Mehr Anbauflächen, weniger Eiweißfütterung, Aufbau der Absatzmärkte und dauerhafte Abgeltung der Mehrkosten für europäisches Eiweiß

Von Lorena Danner

Als fünftgrößter Soja-Produzent Europas werde in Österreich eine Eiweißstrategie benötigt, um die Eigenversorgung zu steigern und das Klima zu schützen, wie Vertreter aus Politik und Landwirtschaft im Rahmen eines Gipfels erklärten.

Es werde verstärkt auf heimisches Soja gesetzt, wobei jeder seinen eigenen Beitrag leisten könne, wie Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger erklärt. Mit mehr als 75.000 Hektar habe sich die Größe der Anbaufläche in Österreich seit 2010 bereits mehr als verdoppelt.

Importe sollen halbiert werden

Bis 2030 sollen nun die Importe um 50% reduziert werden. „Weniger Importe von Soja aus Südamerika bedeuten Schutz der Regenwälder und weniger Raubbau an Natur und Umwelt“ betont Köstinger. Österreich sei nämlich abhängig von Importen.

Und zwar bis zu 500 000 Tonnen Sojabohnen und Sojaschrot pro Jahr. Ziele der Strategie seien also zunehmende Unabhängigkeit von Soja-Importen sowie eine gemeinsame EU-Agrarpolitik in Punkto Fütterung und Anbau.

Eiweiß für Mensch und Tier

Entsetzt zeigt sich die Ministerin über Bodenhaltungseier aus Deutschland in österreichischen Kühlregalen um 1,30 für 10 Stück. "Es ist ein Sündenfall des Handels, dass erstmals seit 10 Jahren wieder solche Eier in Österreichs Regalen liegen. Dafür fehlt mir jedes Verständnis! Mit solchen Schleuderaktionen werden wir unsere Ziele sicher nicht erreichen!" Der KURIER berichtete dazu exklusiv. 

Zurück zum Soja: Neben der Nutzung als Futtermittel für Tiere, werden 50% der österreichischen Sojaproduktion für die menschliche Ernährung verwendet. Bodenfruchtbarkeit, die Fähigkeit Stickstoff zu binden und das Vermindern von Erosion sind Vorteile, die im Rahmen des Gipfels genannt wurden.

"Multitalente der Pflanzenwelt"

Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer, betont weiters, dass Eiweißpflanzen als „Multitalente der Pflanzenwelt“ der Ernährungssicherung, der Wertschöpfung sowie dem Arbeitsmarkt und dem Klimaschutz zugutekommen. Preise für heimisches und europäisches gentechnikfreies (GVO-freies) Soja seien in der letzten Zeit jedoch rasant in die Höhe gegangen.

Moosbrugger bezeichnet Österreich mit seinem hohen Ackerflächenanteil als „Europameister“. Matthias Krön, Obmann der Donau Soja, nennt anschließend Erfolgsfaktoren der österreichischen Sojaproduktion wie zum Beispiel eine gut geschulte Bauernschaft, fortschrittliche Forschung und Entwicklung und Österreich als „Zentrum einer blühenden Sojaregion“.

Vorreiterrolle weiter ausbauen 

Die Vorreiterrolle Österreichs müsse nun weiter ausgebaut werden. "Österreich hat durch die gute Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Verarbeitungswirtschaft und Politik beim Sojaanbau in Europa eine Vorreiterrolle eingenommen. Gleichzeitig müssen wir aber heute handeln, um morgen weiter erfolgreich zu sein.

Daher gilt es, bestehende Partnerschaften im Sinne der gesamten Wertschöpfungskette auszubauen und neue zu entwickeln. Außerdem sollte die Bewusstseinsbildung für die Vorteile der heimischen Qualitätseiweißproduktion verstärkt werden", so Matthias Krön. 

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