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Geschäftsjahr 2012
03/28/2013

ÖVAG AG schrieb 131 Mio. Euro Verlust

Die ÖVAG sei de facto eine Abbaubank, die ihr ganzes Eigengeschäft im In- und Ausland beenden muss, so Koren.

von Irmgard Kischko

Mit der Teilverstaatlichung der Österreichischen Volksbank AG (ÖVAG) vor einem Jahr begann für die Bank und deren damals noch mehr als 200 Mitarbeiter ein schmerzhafter Weg: Den Auflagen der EU zufolge, die zur Teilverstaatlichung wegen möglicher Wettbewerbsverzerrungen zustimmen musste, ist die ÖVAG verpflichtet, bis 2015 zu einer Kleinbank zu schrumpfen.

„Die Bank ist eigentlich eine Abbaubank“, sagt denn auch ÖVAG-Chef Stephan Koren. Sie muss von ihren derzeit rund 13 Milliarden Euro umfassenden Portfolio an Großkrediten, Immobilienfinanzierungen und Beteiligungen gut zehn Milliarden Euro veräußern. Am Ende wird eine Bank mit einem Portfolio von drei bis vier Milliarden Euro übrig bleiben, die dann im Wesentlichen eine Steuerungszentrale für die Volksbanken ist.

Mit diesem Abbau ist auch eine kräftige Mitarbeiterreduktion verbunden. Im Vorjahr mussten 150 ÖVAG-Beschäftigte – vor allem in Österreich – gehen. Der Personalstand ist um 15 Prozent auf 1912 Mitarbeiter gesunken. Heuer wird weiter reduziert.

Rote Zahlen

Der Abbau des Geschäftsvolumens bringt der ÖVAG aber auch erhebliche Verluste ein. Mit 131 Millionen Euro steckte die Bank 2012 in den roten Zahlen. Heuer wird es laut Koren nicht besser.

Denn viele Geschäftsteile können in dem aktuell schwierigen Banken-Umfeld nur mit Verlust verkauft werden: So etwa wurden Wertpapiere (Asset Backed Securities) verkauft, die sich mit 32 Millionen Euro negativ auf das Ergebnis niedergeschlagen haben.

Besonders stark wird die ÖVAG aber nach wie vor durch ihre rumänische Tochterbank belastet. Das Institut mit seinen 1300 Mitarbeitern sitzt auf 1,2 Milliarden Euro an faulen Krediten und schrieb 2012 einen Verlust von 170 Millionen Euro. Ein Drittel des gesamten Kreditportfolios dort gilt als problematisch.

Staatsgeld

Koren will nicht ausschließen, dass die Bank, die bisher eine Milliarde Euro vom Staat bekommen hat, weitere Zuschüsse braucht. „Alles hängt von den Verkäufen ab“, sagt er. Wenn die Verkaufsverluste das Eigenkapital anknabbern, wird es eng.

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