Der Unfall ereignete sich in St. Gilgen. (Archivbild)

© WTG/Foto Weinhäupl

Wirtschaft
04/30/2020

Österreich muss noch auf seine Urlauber warten

Reisewarnung und Grenzkontrollen gelten in Deutschland noch länger. Köstinger ist dennoch hoffnungsvoll.

von Sandra Lumetsberger, Robert Kleedorfer

Balkon statt Balearen? Ferien im Allgäu und nicht an der Adria? Ihr Auswärtiges Amt hat den Deutschen bisher noch keinen Urlaub außerhalb des eigenen Landes in Aussicht gestellt. "Eine normale Urlaubssaison mit vollen Strandbars und vollen Berghütten wird es diesen Sommer nicht geben können", kündigte Außenminister Heiko Maas (SPD) kürzlich an. Auch gestern erklärte er, mit Blick auf die in vielen Ländern geltenden Einreisebeschränkungen und Quarantänebestimmungen, man könne noch "kein sorgenloses Reisen" empfehlen.

Seine Behörde hatte zunächst bis zum 3. Mai eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen (in Österreich gilt sie derzeit für 27 Staaten), nun wurde sie bis 14. Juni verlängert, dem stimmte die deutsche Regierung zu. Was danach passiert, ist noch unklar. Maas sei im Gespräch mit den EU-Außenministern. "Eine europäische Lösung wäre wünschenswert."

Mit der Warnung will man verhindern, dass Deutsche im Ausland stranden und die Verbreitung des Coronavirus eindämmen.

Genau deswegen kontrolliert Deutschland auch wieder seine Grenzen zu Österreich, Frankreich, Luxemburg, Dänemark und der Schweiz. Nach dem Willen von Innenminister Horst Seehofer (CSU) sollen die Kontrollen bis 15. Mai weitergehen – solange gelten auch die Einreisebeschränkungen in die EU.

Einige dürften sich damit arrangiert haben. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sind 48 Prozent dafür, die Ausreisesperre für Touristen im Sommer aufrechtzuerhalten. 20 Prozent sind für eine Öffnung der Grenzen zu einzelnen Ländern. Und nur 13 Prozent stimmten dafür, im Sommer den Reiseverkehr innerhalb der EU vollständig zu erlauben.

Hoffen auf Öffnung

Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstinger ist dennoch hoffnungsvoll. "Wir befinden uns nach wie vor in einer Pandemie, und wir müssen vor allem die Ausbreitung des Virus verhindern. Es ist aber natürlich auch wichtig, über die Zukunft nachzudenken und grundsätzlich auch wieder Reisefreiheit in Europa zu ermöglichen", so Köstinger im KURIER-Gespräch.

"Wir wollen mit Ländern mit ähnlichen Infektionskurven zu einer stückweisen Normalität und Grenzöffnung kommen. Tschechien etwa ist so ein Land mit einer derzeit sehr guten Entwicklung. Aber diese Perspektive sollte es durchaus auch mit Deutschland geben.“ Niedrige Infektionszahlen wären aber die Grundvoraussetzung.

Für Inlandstouristen plant Köstinger eine entsprechende Werbekampagne. "Die Österreich Werbung wirbt ja normalerweise im Ausland für Österreich. Da wird es heuer eine Inlandskampagne geben." In welchem Volumen sei noch offen. 

Für alle Touristen aber würden ähnliche Sicherheitsmaßnahmen gelten, die schon für die Gastronomie bekannt gegeben wurden (unter www.sichere-gastfreundschaft.at). Was Indoorpools und Wellnessbereiche (Sauna etc.) betrifft, verweist Köstinger auf ähnliche Vorschriften für Freibäder. Die entsprechende Verordnung werde vom Gesundheitsministerium ausgearbeitet.

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