ÖGB-Schuberth: "An den Löhnen kann es wirklich nicht liegen"

ÖGB-Schuberth: "An den Löhnen kann es wirklich nicht liegen"
Die ÖGB-Chefökonomin sieht Übergewinne als Hauptübel, ist für Markteingriffe gegen die Teuerung und hält es für zu früh, Hilfen auslaufen zu lassen.

KURIER: Die Inflation lag im Mai bei viel zu hohen neun Prozent. Woher könnte jetzt Besserung kommen?

Helene Schuberth: Um die Inflationsrate effektiv zu senken, braucht es preisregulierende Eingriffe. Das fordern wir als Gewerkschaftsbund seit mehr als einem Jahr. Wir haben damals schon ganz, ganz viele konkrete Vorschläge gemacht.

Und zwar?

Beispielsweise die Entkopplung der Strom- von den Gaspreisen, auch wenn es hier - zugegeben - eine europäische Lösung bräuchte. Wir haben aber auch eine Mietpreisbremse, einen Energiepreisdeckel, ein temporäres Aussetzen der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel und eine Anti-Teuerungskommission gefordert - in Kombination mit einer Preisdatenbank, wo die wesentlichen Preise eingemeldet und dazu genutzt werden, ungerechtfertigtes Preisverhalten zu sanktionieren - die berühmte Gierflation der Unternehmen. Im Windschatten der steigenden Inflation ist es vielen Unternehmen besonders leicht gefallen, die Preise zu erhöhen.

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