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Wirtschaft
10/24/2019

ÖBB-Nachtzüge nach Brüssel kommen am späten Vormittag an

Neben Wien soll ab 2020 auch Innsbruck mit der EU-Metropole per Nachtzug verbunden werden. An Business-freundlichen Ankunftszeiten wird noch gearbeitet.

von Peter Temel

Anfang Oktober ließ ÖBB-Chef Andreas Matthä, mitten in den Diskussionen um eine klimafreundlichere Verkehrspolitik, mit einer interessanten Ankündigung aufhorchen. Ab Jänner 2020 wird es eine neue Nachtzugverbindung von Österreich nach Brüssel geben. Nun haben die ÖBB die Strecken und die Abfahrts- und Ankunftszeiten bekannt gegeben. Neben der Verbindung Wien - Brüssel wird es auch eine Verbindung Innsbruck - Brüssel geben. Ab Jänner 2020 werden pro Woche jeweils zwei Nachtzüge zwischen Innsbruck, Wien und der belgischen Hauptstadt verkehren.

Sonntags und mittwochs startet der Nightjet laut derzeitigem Fahrplan um 20:38 in Wien und um 20:44 in Innsbruck. Die Ankunftszeit könnte für Menschen, welche aus beruflichen Gründen die Hauptstadt der Europäischen Union aufsuchen wollen, problematisch sein. Die planmäßige Ankunftszeit in Brüssel-Nord ist Montags und Donnerstags jeweils 10:45 und in Brüssel-Midi 10:55. Retour geht es montags und donnerstags ab Brüssel-Midi um 18:04 und ab Brüssel-Nord um 18:16 mit Halten in Innsbruck um 9:14 und in Wien um 8:27. Laut der ÖBB-Webseite sind die Tickets für diese Verbindung ab 15. November 2019 im ÖBB-Ticketshop buchbar.

Kritik an Ankunftszeit

In einem Bericht der Presse, der mit den Ankunftszeiten hart ins Gericht geht ("Geisterzug nach Brüssel"), erklären die ÖBB, von den Belgischen Staatsbahnen keinen besseren Slot bekommen zu haben. Mit dem nächsten Fahrplan hoffe man, dieses Manko, das man durchaus zugibt, beheben zu können.

Mit den neuen Nightjet-Verbindungen - ab Dezember 2020 will man auch nach Amsterdam fahren - wollen die ÖBB mit Kurzstreckenflügen konkurrieren. "Weil am Ende zahlt man nicht den billigen Preis, sondern auch noch extra für die Buchung, Gepäck und Sonstiges“, sagte ÖBB-Chef Matthä in der Fahrplan-Pressekonferenz am Mittwoch.

Mit weiteren Staatsbahnen in Kontakt

Das werden "nicht die letzten Destinationen sein", die ÖBB seien bereits mit einigen weiteren Staatsbahnen in Kontakt. So findet Matthä auf Nachfrage etwa Schweden "nicht uninteressant".

Die ÖBB sind bereits jetzt der größte Anbieter im Nachtverkehr in Europa. Dieses Jahr wurden 13 weitere Nightjet-Garnituren bestellt, die im Laufe des Jahres 2022 in den Dienst gestellt werden sollen.

Die Nachfrage nach dem Nachtzugangebot der ÖBB ist laut Angaben des Unternehmens deutlich gestiegen. Im Dezember 2016 hatten die ÖBB einen großen Teil des Nachtzuggeschäfts der Deutschen Bahn übernommen. Die deutsche Staatsbahn hatte ihr gesamtes Nachtzuggeschäft eingestellt. Im August diesen Jahres wurde eine Nachzug-Kooperation mit den staatlichen Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) vereinbart. Die Schweizer hatten ihr Nachtzuggeschäft bereits 2009 aufgegeben. 

SERVICE: Fahrplan-Info der ÖBB

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