Millionenpleite einer Firma für Gas-Heizungsanlagen

Der angebotene Sanierungsplan von 30 Prozent u. a. durch die Einbringung von Privatvermögen des Gesellschafters ermöglicht werden.
Das Wort „insolvent“ ist durch ein Loch in einem grünen Blatt Papier sichtbar.

„Die Insolvenzursachen liegen im schwierigen Marktumfeld. Insbesondere generelle Unsicherheiten über die künftige Verwendung von Gasheizungen aus klimapolitischen Erwägungen sowie die kriegsbedingte in der Wahrnehmung der Kunden ungenügende Versorgung mit Erdgas sowie die ständigen Steigerungen der Gas- und Gasnetzpreise führten zu massiven Auftragsrückgängen“, zitiert Creditreform aus dem Sanierungsantrag. „Zudem verursachten Lieferschwierigkeiten des Hauptlieferanten während der Sommermonate weitere erhebliche Umsatzrückgänge. Eine Ausweitung der angebotenen Dienstleistungen hin zu Klimatechnik und alternativen Lieferanten wurde zwar begonnen, hatte aber noch nicht den notwendigen Effekt.“

Die Rede ist von der TGH Technische Geräte Holding GmbH mit Sitz in Wien. Sie hat heute einen Eigenantrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung am Handelsgericht Wien eingebracht. Das bestätigt Karl Quendler von Creditreform dem KURIER. 

Der Tätigkeitsbereich des Unternehmens liegt im Großhandel und der Wartung von Gas-Heizungsanlagen. 35 Mitarbeiter sind laut AKV und KSV1870 von der Insolvenz betroffen.

Schulden und Vermögen

Den Aktiva betragen rund 877.000 Euro, die Passiva (Zerschlagungswert) 4,2 Millionen Euro.

Die Zukunft der TGH Technische Geräte Holding GmbH

„Die Schuldnerin beabsichtigt, das Unternehmen fortzuführen. Der angebotene Sanierungsplan von 30 Prozent zahlbar binnen zwei Jahren soll einerseits durch die Einbringung von Privatvermögen des Gesellschafters ermöglicht werden und anderseits ist durch den Beginn der Hauptheizsaison und dem nun stark anziehenden Reparatur- und Servicegeschäft mit hohem Umsatz und guter Liquidität zu rechnen“, heißt es weiters.

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