Bei vielen Österreichern ist das Geld knapper geworden

© APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft
03/02/2021

"Man muss sich um finanzielle Gesundheit von Frauen Sorgen machen“

30 Prozent der Frauen sind laut einer IMAS-Studie auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

von Anita Kiefer

1.064 Euro. So hoch ist aktuell die durchschnittliche Alterspension einer Frau in Österreich. Im Erwerbsleben verdienen Frauen um 20,4 Prozent weniger als Männer. Jede zweite Frau ist Teilzeit beschäftigt.

Daraus resultiert ein deutlich höheres Armutsrisiko von Frauen, vor allem im Alter. Das liegt für alleinlebende Pensionistinnen bei 26 Prozent. Die Finanzrealität der Frauen ist also nach wie vor dramatisch im Vergleich zu jener der Männer. 

Finanzielle Unabhängigkeit "sehr wichtig"

Das bestätigt auch eine kürzlich durchgeführte Studie des IMAS-Instituts im Auftrag der Erste Bank. Denn obwohl 77 Prozent der befragten Frauen finanzielle Unabhängigkeit als „sehr wichtig“ bezeichnen, sind 30 Prozent der Frauen auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Bei Männern sind es nur 14 Prozent, also knapp die Hälfte.

Gleichzeitig ist für 82 Prozent der Frauen und 79 Prozent der Männer besseres Finanzwissen heute absolutes Muss. Und: 27 Prozent der Frauen und 30 Prozent der Männer würden mehr in Wertpapiere investieren, wenn sie mehr Wissen dazu hätten. Neben Bildungseinrichtungen sehen 71 Prozent der befragten Frauen und 62 Prozent der befragten Männer Banken und Sparkassen bei der Wissensvermittlung zum Thema Geld- und Finanzangelegenheiten in der Pflicht. 

Handlungsbedarf

„Man muss sich um die finanzielle Gesundheit von Frauen Sorgen machen“, sagt Gerda Holzinger-Burgstaller, Vorstandsvorsitzende der Erste Bank Österreich, bei der Präsentation der Studie. Diese gelte es zu verbessern. Denn der Handlungsbedarf werde sich nicht von selbst ändern. Jede Frau für sich müsse sich mit dem Thema beschäftigen.

Thomas Schaufler, Privatkundenvorstand der Erste Bank, legte an einem Beispiel dar, wie wichtig die Beschäftigung mit Veranlagung ist: Auf dem Sparbuch ist eine Spareinlage in Höhe von 10.000 Euro, die vor zehn Jahren angelegt wurde, unter Berücksichtigung der Inflation heuer nur mehr 8.633 Euro wert.

Finanzbildung

Die Erste Bank will zur Verbesserung des Finanzwissens den Fokus stark auf die Beratung legen, vor allem von Frauen. Und entsprechende Hinweise und Ratschläge geben, wie auch kleine Beträge langfristig veranlagt und somit zur Altersvorsorge herangezogen werden können. Die Erste Bank bemüht sich in verschiedenen Initiativen auch um die Finanzbildung von Kindern und Jugendlichen.

Darüber hinaus wäre laut Holzinger-Burgstaller auch sinnvoll Maßnahmen zu setzen, um mehr junge Frauen für besser bezahlte Berufe etwa in der IT zu begeistern. Für Thomas Schaufler wäre außerdem die Abschaffung der Kapitalertragssteuer auf längerfristige Veranlagungen etwa im Zeitraum von zehn Jahren überlegenswert. 

Das IMAS-Institut hat im Auftrag von Erste Bank im Jänner 1.350 Österreicherinnen und Österreicher telefonisch befragt. 

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