Bildnummer: 54952048 abbildung anstreben arbeit beratung beruf beruflich business chance chancen erfolg frau frauen frauenquote gegensatz geschlecht geschlechter geschäftsfrau gesetz gleich gleichberechtigung job kampf karriere klischee konflikt konzept lupe mann mitarbeiter männchen männer männerwelt männlich nachdenken optik prozent quote rot schwarz team teamwort verbessern verbesserung viele weib weibchen weiblich zeigen zukunft zusammen

© motorradcbr/Fotolia

AK-Studie
02/12/2017

Viel zu wenige Frauen schaffen es nach oben

In Management-Positionen ist der Frauenanteil nach wie vor viel zu niedrig, jetzt soll es eine verpflichtende Quote richten.

von Christine Klafl

Thomas Sattelberger, ein ehemaliger Vorstand der Telekom in Deutschland, hat die Dominanz der M√§nner in den F√ľhrungsebenen einmal so beschrieben: "Das ist ein tradiertes System eingeschliffener Verhaltensweisen und Sozialmechanismen, das gleich einer Glaubensbruderschaft funktioniert." Das Wort Bruderschaft bringt es auf den Punkt: In Vorst√§nden und Aufsichtsr√§ten sind Frauen noch weit unterrepr√§sentiert. "Dem akademischen Siegeszug der Frauen zum Trotz bleiben Managementpositionen vorrangig M√§nnern vorbehalten", ist im j√ľngsten "Frauen.Management.Report" der Arbeiterkammer Wien zu lesen.

Die AK-Studienautorinnen Sonja Spitzer und Christina Wieser ziehen eine ern√ľchternde Bilanz: W√§hrend der Frauenanteil bei den Erwerbst√§tigen bei 46,8 Prozent liegt, macht er in den Gesch√§ftsf√ľhrungen der 200 umsatzst√§rksten Unternehmen in √Ėsterreich gerade einmal 7,2 Prozent aus. Die F√ľhrungsspitzen sind noch viel deutlicher von M√§nnern dominiert. Auch in den Aufsichtsr√§ten steigt der Frauenanteil nur schleppend und macht jetzt 18,1 Prozent aus. In den Aufsichtsr√§ten b√∂rsenotierter Firmen ist es nicht viel besser (siehe Grafik).

Endstation Mitte

Die AK Wien hat heuer erstmals auch erhoben, wie die Geschlechterverteilung bei den Prokuristen ausschaut. Von den insgesamt 3138 Prokuristen in den 200 umsatzst√§rksten Unternehmen √Ėsterreichs sind nur 497 weiblich (15,8 Prozent). "Vor dem Hintergrund, dass die Prokura als Schl√ľssel f√ľr den Zutritt zu den obersten F√ľhrungsgremien gilt, ist dies besonders frappierend", finden die Studienautorinnen.

In wenigen Jahren wird sich das Bild wohl ge√§ndert haben. Wie berichtet, plant die Regierung eine verpflichtende Frauenquote von 30 Prozent in den Aufsichtsr√§ten gro√üer Unternehmen einzuf√ľhren. Diese Quotenregelung soll im Juni im Ministerrat beschlossen werden. Bis zur Erf√ľllung des Frauenanteils sei noch ein weiter Weg zur√ľckzulegen, so AK-Pr√§sident Rudolf Kaske in einer Aussendung. In den 200 gr√∂√üten Unternehmen w√ľrden aktuell exakt 278 Frauen fehlen, um eine 30-Prozent-Quote zu schaffen.

Wirtschaftskapit√§ne h√§tten ihr oft gesagt, dass sie keine geeigneten Kandidatinnen finden, erz√§hlte Christine Lagarde aus ihrer Zeit als franz√∂sische Finanzministerin. Das Beispiel Deutschland hat gezeigt, dass das nur ein vorgeschobenes Argument ist: Nach der Quoten-Einf√ľhrung hat der Frauenanteil in den Aufsichtsr√§ten gro√üer B√∂rsenfirmen flott die 30-Prozent-Marke erreicht.

Hier zur√ľck zum Themenschwerpunkt.

Jederzeit und √ľberall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare