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Wirtschaft Immobiz
05/31/2021

Selbst Saatgut im Garten vermehren: So gelingt es

Wer auch im nächsten Jahr seine Lieblingssorten ernten will, sorgt vor. Indem man bei der Auswahl auf sortenreine Samen setzt.

von Ulla Grünbacher

Wer einen Garten hat und jetzt im Frühling Gemüse oder Stauden anpflanzen will, hat die Qual der Wahl. Nimmt man irgendein Saatgut, um Gemüse, Bäume und Sträucher anzubauen – oder will man etwas bewirken. Die Entscheidung lautet also: Hybridsorten oder alte Kultursorten.

Saatgut selbst vermehren

Wer keine Lust mehr auf farb- und formloses, langweiliges Hybridgemüse hat, kann eine Samenrevolution starten. Mit selbst gezüchteten Pflanzen, frei von Gentechnik und Monopolen. „Denn fast alle handelsüblichen Gemüsesamen sind Hybridsamen und somit darauf ausgelegt, dass sie gar nicht weiter vermehrt werden können“, schreibt die Autorin und Biologin Sigrid Drage. Die Folge: Man ist dadurch gezwungen, jedes Jahr neue Samen oder Pflänzchen zu kaufen.

Alte Sorten

Doch es geht auch anders. So holt man die Saatgutvermehrung zurück in den eigenen Garten oder den eigenen Balkon: Nur samenfestes Saatgut lässt sich vermehren. Samen, die die Bezeichnung F1 auf ihrer Packung stehen haben, sind Hybride. Sortenreine Samen findet man hingegen bei Biogärtnereien, bei Tauschbörsen und Pflanzen-Märkten. Von einer einzigen sortenreinen Pflanze kann man viel mehr Saatgut ernten, als man im kommenden Jahr anbauen kann. Denn Pflanzen bilden Samenkörner in Hülle und Fülle. Für Hobbygärtner bedeutet das, dass von einer einzigen Kürbispflanze ausreichend Saatgut für die nächsten Gartenjahre vorhanden sind. Es empfiehlt sich, diese auch über den Gartenzaun an Nachbarn oder an Freunde und Gleichgesinnte zu verschenken. Denn wenn man sein Saatgut mit anderen austauscht, verbreiten sich die alten Sorten – und alle Beteiligten profitieren.

Buchtipp

Welche Samen sich besonders gut vermehren lassen? In ausführlichen Porträts stellt die Autorin 40 Gemüse, Kräuter, Blumen und Beeren, die unkompliziert vermehrt werden können, vor. Von der knollig-aromatischen Fenchel, der wuchernden Buschbohne, über die bauchige Aubergine bis zu Rosmarin und Basilikum.

Buchtipp „Wie du dein eigenes Saatgut gewinnst – und so ein kleines Stück Welt rettest“, von der Ökologin Sigrid Drage ist im Löwenzahn Verlag erschienen,
 € 26,90 

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