© OÖ Forst Rosenau

Wirtschaft Immobiz
07/01/2020

Forstimmobilien sind gefragt

Käufer haben ab 115 Hektar das Jagdrecht. Die Preise für Forstliegenschaften sind gestiegen, das Angebot ist überschaubar.

von Ulla Grünbacher

Die Nachfrage nach Forstimmobilien steigt, das hat auch damit zu tun, dass sich viele Kaufinteressenten sorgen, wie all die Ausgaben in Zusammenhang mit Corona bezahlt werden können. „Wald hat in etwa die Rendite wie ein Sparbuch“, sagt Fridolin Angerer, Experte für Forst, Wald und Schlösser bei Spiegelfeld Immobilien. Die Rendite liegt vielmehr in der Wertsteigerung.

Preise verdoppelt seit Finanzkrise

Denn Immobilien am Land mit einem Forstbetrieb haben im Zuge des Lockdowns an Interesse gewonnen, es gebe einen Trend zum Land. „Ich erwarte mir für Häuser am Land eine Beflügelung“, so Angerer. Immobilien, die in bis zu eineinhalb Stunden Fahrtzeit erreicht werden können, seien gefragt. Die Preise für Forstliegenschaften haben sich in den vergangenen Jahren verdoppelt und liegen derzeit bei etwa zwei Euro pro Quadratmeter, hinzukommen diverse Sondereffekte wie die Seehöhe und die Jahresniederschläge.

Nadelhölzer mehr wert als Laubholz

Meist sind Jagdhütten inkludiert, diese werden im Kaufpreis oft nicht extra ausgewiesen. Nadelhölzer – die einen höheren Wert haben als Laubhölzer – sterben mit der zunehmenden Trockenheit in niederen Lagen aus, das drücke die Preise. „Bei 1300 Milliliter Jahresniederschlag fühlen sich Nadelhölzer wohl“, weiß Angerer. In höheren Lagen müsse man daher ein Aufgeld bezahlen, da der Wald geschützt vor Trockenheit und Borkenkäfern ist.

Wenig Angebot am Markt

„Es könnte sein, dass in einigen Jahren Landwirte ihre Wälder in niedrigen Lagen verkaufen, zu Preisen um rund einen Euro“, schätzt Angerer den Markt für Forstimmobilien ein. Derzeit sei wenig Angebot am Markt, es könnte jedoch sein, dass spekulative Waldbesitzer in Kürze Liegenschaften auf den Markt bringen.

Jagdrecht: 115 Hektar

Größenmäßig sei alles gefragt, „doch damit das Jagdrecht beim Grundbesitzer liegt, braucht es eine zusammenhängende Fläche von 115 Hektar“, beziffert Angerer. Dann könne der Käufer den Jagdschein absolvieren und auf seinem Grund und Boden auf die Jagd gehen. Dieses Recht sei sehr gefragt, denn nur in Eigenjagden habe man die Entscheidungsvollmacht. Kleinere Flächen werden meist zusammengelegt und verpachtet, die Jagd delegiert.

Profis suchen größere Einheiten

„Es ist ein echter Luxus, so einen großen Waldbesitz zu haben, früher kosteten 115 Hektar eine Million Euro, heute etwa zwei Millionen.“ Profis suchen laut Angerer nach größeren Einheiten von rund 400 bis 500 Hektar aufwärts, beziffert der Forstimmobilienexperte, da der Preis für Holz auch höher ist, wenn man größere Mengen anbieten kann. „Mit einem Wald kauft man sich Freiraum, das exklusive Lebensgefühl, über seinen Besitz zu schauen und das Naturerlebnis. Schließlich ist man der Gärtner der Bäume“, ist er überzeugt.