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Wirtschaft Immobiz
01/26/2021

Die besten Bauten aus Beton wurden ausgezeichnet

Vier sehr unterschiedliche Bauten wurden gleichrangig als beste Betonbauten in Deutschland prämiert.

von Ulla Grünbacher

Das Grundstück, das Architekt Wolfgang Zeh in Köln bebaute, war nicht viel größer als ein Handtuch. Die Baulücke, in die das Haus gepresst wurde, war gerade einmal 3,5 Meter breit. Gebaut wurde wie in den Sechzigerjahren. „Einen Kran hat das Haus nicht gesehen, auch keine Betonpumpe. Zum Betonieren genügten Eimer und Seilwinde“, schreibt Autor Oliver Herwig in dem Buch „Die besten Betonbauten 2020“.

Haus in der Baulücke

Das Haus selbst misst drei mal zehn Meter. Die übereinander gestapelten Räume verbindet eine Treppe. Unten ist der Vorraum und wird gearbeitet, in der Mitte befinden sich die Schlafräume, ganz oben wird gewohnt, mit Dachterrasse. „Das Haus will erwandert, erstiegen werden“, heißt es in dem Buch zur Auszeichnung der besten Betonbauten Deutschlands.

Award

Das Haus in der Baulücke ist einer der vier gleichrangig ausgezeichneten Gewinner der besten Betonbauten in Deutschland, ausgelobt vom Informations Zentrum Beton in Kooperation mit dem Bund Deutscher Architekten (BDA) und bereits zum 21. Mal vergeben. Über die Vergabe des mit 25.000 Euro dotierten Preises hat eine interdisziplinär besetzte Jury entschieden. 143 Projekte wurden eingereicht. „Sie belegen die hohe Qualität und Bandbreite der aktuellen Betonarchitektur in Deutschland“, resümiert Ulrich Nolting, Geschäftsführer vom InformationsZentrum Beton und Jurymitglied.

James-Simon-Galerie

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die James-Simon-Galerie in Berlin von David Chipperfield Architects Berlin. Die Galerie wurde nach dem Mäzen benannt, der über 10.000 Kunstwerke stiftete, unter anderem die weltbekannte Büste der Nofretete. Die neue Galerie in Würfelform und mit verschlankten Stützen ist Teil der Berliner Museumsinsel. Sie besticht durch die hellen Räumlichkeiten, die innen mit Sichtbeton gestaltet wurden.

Hohe Freitreppe vor dem Gebäude

„Das Eingangsgebäude ist der zentrale Hub der Museumslandschaft, vollgepackt mit Funktionen. Es verbindet Info- und Kassenbereich, Garderoben, Museumsshop, Café und Restaurant mit einem Auditorium für 300 Besucher,“ schreibt der Autor. Das Haus hat drei Hauptgeschosse, ein Mezzanin (mit Garderoben, Schließfächern, Toiletten und dem Museumsshop) sowie ein Untergeschoß. Ein besonderer Blickfang ist die hohe Freitreppe vor dem Haupteingang des Gebäudes.

Württembergische Landesbibliothek

Die weiteren Gewinner sind der Erweiterungsbau der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart und das Terrassenhaus in Berlin. Die Erweiterung der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart wurde erforderlich, da das Bestandsgebäude an seine Grenzen stieß. Die Architekten Lederer Ragnarsdóttir Oei konnten sich mit ihrem Entwurf des Erweiterungsbaus mit einer Sichtbetonfassade durchsetzen. Der Neubau ist mit dem Bestand über einen Steg verbunden. Energie wird aus Geothermie und über einen Wärmetauscher beim Abwasser gewonnen.

Terrassenhaus in Berlin

Das „Lobe Terrassenhaus“ in Berlin ist ein Experiment der Architektengemeinschaft Brandlhuber + Emde, Burlon / Muck Petzet Architekten. Das fünf Etagen umfassende Haus in Stahlbetonkonstruktion verfügt über breite Freitreppen, wo sich die Bewohner treffen und die zugleich Freibereiche darstellen. Die Beton-Oberflächen sind bewusst ungeschliffen und roh.

Buchtipp

„Die besten Beton-Bauten 2020“ von  Oliver Herwig ist im Callwey Verlag erschienen. Auf 184 Seiten werden die Gebäude mit Texten, Plänen und Fotos detailliert beschrieben. € 51,40

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