© Michaela Reibenwein

Wirtschaft
05/23/2019

Ibiza-Video: Vermeintlicher Detektiv meldet sich erstmals zu Wort

Julian H. richtet sich über eine Berliner Anwaltskanzlei an die Medien. Er bestreitet, an der Veröffentlichung des Ibiza-Videos beteiligt gewesen zu sein.

Gestern, Mittwoch, hat der umstrittene Sicherheitsberater Sascha Wandl Österreichs Medienhäuser über seinen früheren Geschäftspartner Julian H., ausführlich informiert. Der 38-jährige Österreicher Julian H. steht im Verdacht, bei der Erstellung des Ibiza-Videos mit den Hauptdarstellern HC Strache und Johann Gudenus de facto Regie geführt zu haben.

Dazu muss man wissen, dass sich Wandl und Julian H. angeblich im Frühjahr 2016 im Streit getrennt haben. Julian H. soll am 26. Juni in einem Betriebsspionage-Prozess gegen Wandl als Zeuge aussagen. Beiden hatten schon früher Kontakt mit der Justiz.

Nun meldet sich der vermeintlich untergetauchte Julian H. über eine Berliner Rechtsanwaltkanzlei bei deutschen Medienhäusern.

"Sehr geehrte Damen und Herren,

der in einigen Medien Julian H., in anderen Julian T. genannte vermeintliche IT-Fachmann, der bezichtigt wird, in Verbindung zu dem notorischen Video des großsprechenden und Straftaten andeutenden früheren Vizekanzlers der Republik Österreich Strache in zustehen (sic), hat sich an mich gewandt und um Sicherung seiner persönlichkeitsrechtlichen Ansprüche gebeten", heißt es in dem Brief einer Berliner Anwältin, das dem KURIER vorliegt. "Meinem Mandanten ist in dieser Sache nichts vorzuwerfen. Er hat keinen Anlaß (sic) gegeben, seinen Anonymitätsanspruch zu verletzen."

Und weiter heißt es:

"Er hat weder angeboten, Straftaten zu begehen noch öffentliche Ämter zu mißbrauchen noch Wahlergebnisse zu fälschen noch sich um Wahlämter beworben. Er hat auch im übrigen in keiner Weise das Licht der Öffentlichkeit gesucht. Die in den Medien über ihn verbreiteten persönlichen Angaben sind weitgehend unzutreffend. Es gibt keine Beziehung zu Israel. Berichte über eine in einer israelischen Sicherheitsakademie gemachte Ausbildung sind falsch."

Die Berliner Anwältin soll nun die Veröffentlichungen auf seine Bild- und Persönlichkeitsrechte überprüfen. Aus diesem Schreiben dürfe nicht zitiert werden: "Ich gestatte weder das direkte Zitat noch eine publizistische Nutzung", heißt es weiter. "Der Mandant ist zu Presseauskünften oder Kontakten nicht bereit.

Hauptrolle gespielt

Indes macht Julian H. zu seiner Rolle bei der Anbahnung der Treffen zwischen dem lettisch-russischen Lockvogel, dem Wiener Anwalt M. und dem Ex-FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus und zu seiner Rolle bei der Video-Produktion Iauf Ibiza keine Angaben. Wie berichtet, soll er dabei als angeblicher Mittelsmann und Sicherheitsberater der ominösen Lettin mit russischer Muttersprache eine Hauptrolle gespielt haben. Jedenfalls nach Angaben von Johann Gudenus.