Touristen in Kroatien

© APA/AFP/DENIS LOVROVIC

Wirtschaft
08/15/2020

Hotelier in Kroatien: "Das ist die letzte Dummheit der Regierung"

Die Gäste hätten mehr Zeit bekommen müssen, meint Hotelier Holleis. Für den Winter fordert er ein Aus für Aprés-Ski.

von Simone Hoepke

Wilfried Holleis hat Hotels in Österreich und Kroatien und ist richtig sauer über die Reisewarnung für Kroatien: "Das ist die letzte Dummheit der Regierung", sagt er. In den Hotels in Kroatien gehe es teilweise zu, "wie nach einem Kriegsausbruch". Oder so, "als wäre die Pest ausgebrochen". Viele Gäste wollen fluchtartig das Land verlassen, bevor am Montag die Reisewarnung in Kraft tritt. "Man hätte ihnen zumindest eine Woche Zeit geben müssen", findet Holleis. "Wenn ich als Unternehmer so agiere wie die Regierung, bin ich gleich pleite."

Mit der Reisewarnung habe es Österreich geschafft, den Tourismus in Kroatien abzudrehen. Holleis geht davon aus, dass er in den nächsten zwei Wochen seine zwei Hotels in Kroatien zusperren muss. Schließlich fehle ihn die Fantasie, woher die Gäste kommen sollen. Bis zur Reisewarnung waren seine Hotels (500 Betten) zu 80 Prozent ausgelastet. Mehr habe er im Corona-Sommer auch nicht angestrebt.

Notwendig wäre die jetzt ausgesprochene Reisewarnung aus seiner Sicht nicht gewesen. Die Situation hätte seiner Meinung nach leicht entschärft werden können. "Unser Minister hätte nur einmal zum Telefonhörer greifen müssen und die Kroaten vorwarnen." Dann hätte die Politik aus Angst vor ausbleibenden Touristen bestimmt sofort ein Verbot für die Nachtgastronomie ausgesprochen, meint Holleis.

Aus für Aprés-Ski

Holleis, der auch Hotels in österreichischen Skigebieten (Zell am See, Uttendorf) betreibt, fürchtet sich schon vor der Wintersaison. "Wenn uns das, was jetzt in Kroatien los ist, im Winter mit den Deutschen passiert, kann sich die Regierung was einfallen lassen." Aus seiner Sicht ist klar: "Es darf heuer kein Aprés-Ski geben. Entweder wir retten 80 Prozent vom Geschäft, in dem wir die Partys absagen, oder wir machen es gleich falsch wie die Kroaten diesen Sommer, die wegen ein paar Partygängern die ganze Saison gefährdet haben. Jetzt ist ihre Situation aussichtslos. Es ist aus." Dass die Absage der Partys in Skigebieten die Wintersaison gefährdet, glaubt der Hotelier nicht. "Die Leute kommen – mit wenigen Ausnahmen – zum Skifahren."  

Was jetzt für Kroatien-Urlauber gilt

Am Montag um Mitternacht tritt die Reisewarnung für Kroatien in Kraft. Nach der Warnung für das spanische Festland vor rund einer Woche fällt damit ein weiteres beliebtes Urlaubsland der Österreicher weg. Urlauber, die sich derzeit in Kroatien befinden, rief das Außenamt am Freitag dringend auf, heimzukehren. Wie Gesundheitsminister Rudolf Anschober am Freitagnachmittag bekannt gab, muss ab Montag bei der Einreise aus Kroatien ein Gesundheitszeugnis (mit negativem PCR-Test, der nicht mehr als 72 Stunden alt ist) mitgeführt werden. Viele Urlauber treten deshalb nun vorzeitig die Heimreise an.

Denn falls dieses Gesundheitszeugnis nicht vorliegt, müssen sich die Rückkehrer in Heimquarantäne begeben und innerhalb von 48 Stunden einen PCR-Test nachreichen. Dieser kostet je nach Anbieter zwischen 100 und 150 Euro. Wer sich nicht testen lässt oder gegen die angeordnete Quarantäne verstößt, wird gestraft.

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