© Dominik Schreiber

Wirtschaft
08/15/2020

Was jene, die nach Kroatien wollten, jetzt wissen sollten

Wer kostenlos stornieren kann, wer auf eine Kulanzlösung mit dem Hotelier hoffen muss und für wen es erstmal "bitte warten" heißt.

von Simone Hoepke

Zugegeben, es ist ein Luxusproblem: Die Möglichkeiten für einen Auslandsurlaub werden immer überschaubarer. Ab Montag gilt auch für das unter Österreichern besonders beliebte Urlaubsland Kroatien eine Reisewarnung. Für viele stellt sich jetzt die Frage, ob sie ihre geplante Kroatien-Reise nun kostenlos stornieren können. Das kommt ganz darauf an.

Im Vorteil sind jetzt jene, die eine Pauschalreise (also ein Paket aus Anreise und Unterkunft) gebucht haben. So wie zum Beispiel eine Busreise samt Hotel. "Sie können kostenlos stornieren, wenn die Anreise in den nächsten Tagen geplant gewesen wäre", erläutert Josef Peterleithner vom ReiseVerband. Wer allerdings zum Beispiel erst für Mitte September eine Busreise nach Istrien geplant hat, wird vom Veranstalter wohl vertröstet werden. Mit dem Argument, dass sich bis dahin die Reisebeschränkungen noch ändern können. Für all jene gilt also: bitte warten.

Ganz anders schaut die Lage für Urlauber aus, die mit ihrem privaten Auto nach Kroatien fahren wollten und dort auf eigene Faust ein Hotel gebucht haben. "Hier kann der Hotelier argumentieren, dass er seine Leistung ja erbringen kann." Man kann weiterhin nach Kroatien reisen – nur braucht man ab Montag bei der Rückreise einen negativen Corona-Test, wenn man nicht zwei Wochen in Quarantäne gehen will oder kann.

Die am Freitag verkündigte Reisewarnung kritisiert Branchensprecher Peterleithner scharf. Einerseits sei es aus seiner Sicht sinnvoller gewesen, eine partielle Reisewarnung für besonders betroffene Regionen auszurufen, als gleich für das ganze Land. "Das ist ja so, als würde Deutschland eine Reisewarnung für ganz Österreich ausrufen, weil es am Wolfgangsee einen Cluster gegeben hat."

Chaos an Grenzen programmiert

Zudem kommen die Reisebeschränkungen mehr oder weniger über Nacht und wurden aus seiner Sicht obendrein schlecht kommuniziert. "Was genau das für Kroatien-Urlauber bedeutet, war den halben Freitagnachmittag nicht klar. Das hat für noch mehr Verunsicherung unter Reisenden gesorgt. Nicht nur bei Kroatien-Urlaubern. Man weiß ja nicht, welches Land als nächstes von solchen Maßnahmen betroffen sein wird."

Was den Touristiker zusätzlich ärgert, ist, dass Politiker an Österreicher appelliert haben, möglichst schnell das Land zu verlassen. "Es sind gerade zig Tausend Österreicher in Kroatien, die sich jetzt auf den Heimweg machen werden. Man kann sich ausrechnen, was da an den Grenzen los sein wird."

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