Hagel auf einem Feld.

© APA/ÖSTERREICHISCHE HAGELVERSIC

Wirtschaft
08/26/2021

Höhere Schäden in der Landwirtschaft durch Klimawandel

Den österreichischen Bauern sind heuer bereits Schäden von 220 Millionen Euro alleine durch Hagel entstanden.

Der Rückversicherer Munich Re (Münchener Rück) registriert immer mehr Wetterextreme und immer mehr wetterbedingte Naturkatastrophen. Der Zusammenhang mit dem Klimawandel sei konkret - der Klimawandel selbst jedoch nicht schicksalhaft, sagte die Munich-Re-Vorstandsdirektorin Doris Höpke am Donnerstag in Wien.

Laut dem Chef der Österreichischen Hagelversicherung, Kurt Weinberger, gab es heuer schon 220 Mio. Euro Schäden in der heimischen Landwirtschaft, die aber nicht zur Gänze das Unternehmen treffen werden, weil etwa Hagel nur zu 85 Prozent durchversichert ist und Frost- und Dürreschäden zu unter 65 Prozent und sich der genannte Betrag auf eine 100-prozentige Durchversicherung bezieht.

Zudem ist das genaue Schadensausmaß bis hin zu den Ernteschäden im Herbst noch ermittelt wird. Es werde aber das heurige Jahr für sein Unternehmen in der Bilanz "beim EGT kein positives werden", sagte Weinberger.

Keine Prämienerhöhung

Trotz dieser Schadensentwicklung werde man keine Prämienerhöhungen vornehmen, so Weinberger. Denn einerseits habe man einen Ausgleich zwischen den versicherten Risiken und sei auch regional breit aufgestellt, nämlich auch in fünf osteuropäischen Ländern tätig. Ursprünglich, bis zum Jahr 2000, hat man nur Hagelschäden versichert, heute wird fast ein Dutzend unterschiedlicher Risiken abgedeckt.

Erweitern will Weinberger die Dürre-Versicherbarkeit, die derzeit auf bestimmte Kulturen eingeschränkt ist. Derzeit seien nicht alle Eiweißpflanzen und nicht alle Getreidearten versicherbar.

Die Folgen des Klimawandels seien keine regionale Problematik, betonte die gelernte Juristin Höpke, die seit 2014 dem Vorstand der Münchener Rück angehört. Das, was beispielsweise Farmer in Nordamerika erleben, sei nicht entkoppelt von dem, was in Deutschland, Österreich oder Europa insgesamt zu sehen sei. Große Schäden durch Hitze, verbunden mit zu wenig oder zu viel Feuchtigkeit, würden zunehmen. Auch die europaweiten Dürrejahre 2003/2015/2018 könne man in einem Zusammenhang sehen.

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