Ronnie Leitgeb

© KURIER/Rainer Eckharter

Landesgericht Wien
06/17/2016

Ex-Tennismanager Ronnie Leitgeb verurteilt

Causa Esmara. Leitgeb fasste 20 Monate bedingte Haft aus, für Verteidiger ist das Urteil "absurd".

von Kid Möchel

Dieses Match hat der frühere Tennis-Manager Ronnie Leitgeb in der ersten Runde verloren. Am Donnerstagnachmittag wurde der eloquente Sportmanager von Richterin Marion Hohenecker wegen Beitragstäterschaft zur Untreue zu 20 Monaten bedingter Haft verurteilt. Er habe die vorsätzliche Schädigung der Immofinanz in Kauf genommen. Die drei angeklagten Ex-Immofinanz-Manager wurden indes freigesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Staatsanwalt Volkert Sackmann hat sich Bedenkzeit ( drei Tage) erbeten.

Der Hauptbeschuldigte, Ex-Immofinanz-Boss Karl Petrikovics, saß nicht auf der Anklagebank, Es ist aus gesundheitlichen Gründen gar nicht verhandlungsfähig. Im Mittelpunkt des Verfahrens stand die "Villa Esmara" in Monte Carlo, aus der Leitgeb ein Luxus-Trainingscenter für Top-Sportler, genannt Champ Fitness Monte Carlo, machen wollte. Doch das Projekt, das die Immofinanz mit 5,4 Millionen Euro finanzierte, stand unter keinen guten Stern.

Der Umbau ging schief, es kam zu groben Baumängeln: kaputte Duschen, Schimmel und eine falsch eingebaute Herren-Sauna. Leitgebs Firma soll nur dreizehn Monate Miete gezahlt haben. Ab Mai 2005 blieb das Geld aus. Laut Anklage zahlten Leitgeb und seine Privatstiftung später noch 381.600 Euro Schadenersatz an die Immofinanz. Dann wurde die Villa Esmara zum Kauf angeboten. Leitgeb wollte sie nicht.

Abzüglich der Baumängel blätterte aber ein Schwede im Herbst 2006 rund 5,8 Millionen Euro für Villa hin. Vom Kaufpreis sollen 781.000 Euro an Leitgeb geflossen sein. Weitere 178.500 Euro kassierten örtliche Makler. Laut Urteil soll Leitgeb die Immofinanz aber um rund eine Million Euro geschädigt haben. Wie die Richterin auf diesen Schadensbetrag kommt, kann Leitgebs Verteidiger Thomas Kralik nicht nachvollziehen.

Er wird für seinen Mandanten Berufung und eine Nichtigkeitsbeschwerde einlegen. "Das Urteil ist absurd", sagt Kralik im Gespräch mit dem KURIER. "Ich bin mir sicher, dass dieses Urteil in zweiter Instanz nicht halten wird."

Anklage gegen Ronnie Leitgeb

Ronnie Leitgeb wehrt sich gegen Anklage

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