Wirtschaft
27.11.2017

Don Travel löst Henry in der Bordküche der ÖBB-Züge ab

DO & CO kam bei der Neuvergabe des Caterings für die Bahn nicht mehr zum Zug. Josef Donhauser bewirbt sich auch um das Catering für die AUA.

Henry fährt nicht mehr Zug. Der Speisewagen-Betreiber aus dem Catering-Konzern DO&CO kam bei der Neuausschreibung des Auftrags nicht zum Zug. Die ÖBB-Passagiere verköstigen wird ab April 2018 Henrys Vorgänger, aber unter einem neuen Namen. Konkret: Neuer Bahn-Caterer wird der Gastronom Josef Donhauser mit der Firma don travel railcatering GmbH. Donhauser hatte die Speisewagen unter dem Namen e-express bereits bis 2012 bewirtschaft.

Billiger für die ÖBB?

Details zum neuen Konzept für das Essen auf Rädern gibt es vorerst nicht. Derzeit läuft eine zehntägige Einspruchsfrist, innerhalb der die unterlegenen Bieter die Vergabe anfechten können. Gibt es keinen Einspruch, können die ÖBB don travel den Zuschlag nach Ablauf der Frist auch formal erteilen. Fix ist vorerst lediglich, dass die rund 350 Mitarbeiter von Henry am Zug vom neuen Caterer übernommen werden.

Den Ausschlag für den Zuschlag dürften unter anderem die Subventionen der ÖBB für das Catering gegeben haben. Bisher zahlte die Bahn – wie bei fast allen europäischen Bahnen üblich – beim Service für ihre Fahrgäste kräftig mit. Als Faustregel gilt, dass die Bahnen dem Caterer so viel dazuzahlen, wie dieser selbst im Zuggeschäft umsetzt.

An der Höhe der Zuzahlung dürfte sich auch im neuen Vertrag zwar wenig ändern. Allerdings dürften die ÖBB dafür künftig zusätzliche Leistungen von ihrem Caterer bekommen. Etwa dadurch, dass die Catering-Mitarbeiter zusätzliche Abfertigungs- und Sicherungstätigkeiten am Zug übernehmen und die Bahn eigenes Personal spart.

Leichter möglich wird dies durch den im Sommer ausgehandelten neuen Kollektivvertrag. Dadurch verdienen die Zugkellner nicht nur wesentlich mehr als bisher, es gelten auch andere Arbeitszeitregelungen.

Die Arbeitszeit hatte in den vergangenen Jahren zu häufigen Problemen bei Henry am Zug geführt. Dem Unternehmen drohen hohe Strafen wegen wiederholter Verstöße gegen Arbeits- und Ruhezeitbestimmungen.

In Linz beginnt’s

Die Donhauser-Gruppe zählt zu den größten heimischen Catering-Unternehmen. Nach dem Verlust des ÖBB-Auftrags 2012 übernahm Josef Donhauser die Mehrheit an der Catering-Tochter des Lebensmittelherstellers Spitz. Mit 600 Mitarbeitern erwirtschaftet die Gruppe – die unter anderem das Linzer Design-Center, die Lokale im Musiktheater und das Fußballstadion Pasching gastronomisch betreut – 36 Millionen Euro Umsatz. Donhauser bewirbt sich auch um das Catering für die AUA.