Cateringkonzern DO&CO bewirtet VIP-Gäste bei der Fußball-WM
Attila Dogudan, der DO&CO 1981 mit einem Restaurant in Wien gründete, hat sein Unternehmen längst zum Global Player geformt. Er dürfte zufrieden sein. Der Gründer und Vorstandschef des Wiener Cateringkonzerns DO&CO kann auf das erfolgreichste Jahr der Unternehmensgeschichte zurückblicken. 105,77 Millionen Euro Nettogewinn – ein Plus von 14,4 Prozent – stehen in der Bilanz für das Geschäftsjahr 2025/26. Der Umsatz kletterte auf 2,46 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 7,1 Prozent.
Auch bei der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko wird der Caterer wieder mitspielen. DO&CO sorgt bei 20 Spielen in Mexiko, New York und Miami für das leibliche Wohl von mehr als 70.000 VIP-Gästen.
Fluglinien investieren in Premium
Die Rekordbilanz wird vor allem von einem Geschäftsbereich getragen: dem Airline Catering. 1,95 Milliarden Euro Umsatz machte DO&CO mit der Verpflegung von Fluggästen – ebenfalls ein Plus von 7,1 Prozent. Das Unternehmen, das unter anderem Turkish Airlines, Lufthansa und Emirates beliefert, profitiert dabei von einem Trend: Fluggesellschaften investieren verstärkt in Premiumprodukte. Gutes Essen an Bord wird wieder zum Wettbewerbsfaktor, vor allem in der Business Class.
Auch die anderen Sparten entwickelten sich positiv. Im Event Catering stiegen die Erlöse um 5,9 Prozent auf 323,4 Millionen Euro – allerdings mit einem Wermutstropfen: Der Wegfall der Fußball-Europameisterschaft drückte auf das Wachstum. Ohne diesen Einmaleffekt hätte das Plus laut Unternehmensangaben 14,9 Prozent betragen. Der Bereich Restaurants, Lounges und Hotels legte um 9,0 Prozent auf 188,1 Millionen Euro zu.
Operative Marge verbessert
Besonders erfreulich aus Sicht des Managements: DO&CO verdient nicht nur mehr, sondern auch effizienter. Die operative Marge (EBIT) verbesserte sich von 8,0 auf 8,6 Prozent, das Betriebsergebnis stieg um 15,6 Prozent auf 212,3 Millionen Euro. Gleichzeitig baute der Konzern Schulden ab: Die Nettoverschuldung im Verhältnis zum operativen Gewinn sank bis Ende März 2026 von 0,64 auf nur noch 0,05.
Die Aktionäre sollen davon profitieren. Der Vorstand schlägt eine Dividende von 2,50 Euro je Aktie vor – eine Erhöhung, die bereits Anfang Juni angekündigt worden war. Die Zahl der Beschäftigen wuchs um 7,8 Prozent auf durchschnittlich 16.450 Beschäftigte.
Geopolitische Risiken im Blick
Doch bei aller Euphorie: Die Aussichten sind nicht ohne Risiko. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten bereiten dem Management Sorgen. Bereits im März kam es zu temporären Luftraumsperren, die den Flugverkehr beeinträchtigten. Sollten sich solche Krisen verschärfen, könnte das auch DO&CO treffen.
Der Vorstand gibt sich dennoch zuversichtlich. Man sei durch einen hohen variablen Kostenanteil und sogenannte Cost-Plus-Verträge gut abgesichert, heißt es. Bei diesen Verträgen werden Kostensteigerungen direkt an die Kunden weitergegeben – ein Puffer gegen Unsicherheiten.
Expansion am Flughafen Wien
Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 plant DO&CO die Fortsetzung des Wachstumskurses. In Österreich setzt der Konzern auf den Ausbau am Flughafen Wien. Ab dem ersten Quartal 2027 sollen neue Gastronomieflächen im erweiterten Terminal 3 Süd eröffnen – darunter auch ein Ableger der traditionsreichen Wiener Konditorei Demel.
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