Bittere Pleite einer privaten Brauerei
Symbolbild
„Als wesentliche Ursache der aktuellen finanziellen Situation ist der bis zum Jahr 2023 von der Schuldnerin betriebene Gastronomiebetrieb anzusehen. Dieser hat über mehrere Jahre erhebliche Verluste verursacht. Nach Einstellung dieses verlustbringenden Betriebs konnten die in der Vergangenheit entstandenen Verbindlichkeiten nicht mehr fristgerecht bedient werden“, heißt es im Insolvenzantrag. „Die Schuldnerin ist nicht mehr in der Lage, ihre laufenden Verbindlichkeiten zu erfüllen; sie hat ihre Zahlungen eingestellt.“
Die forstauers GmbH mit Sitz in Landl in der Steiermark hat laut Creditreform am Landesgericht Leoben die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung beantragt. Derzeit beschäftigt die Schuldnerin nur zwei Dienstnehmer. Alle Lohn- und Gehaltszahlungen sind beglichen.
Der Hintergrund
„Der im Firmenbuch eingetragene Geschäftszweig umfasst den Betrieb von Restaurants und Gaststätten, Bars und Buffets, den Betrieb einer Brauerei, Getränkeerzeugung und Getränkehandel, Vermietung und Verpachtung sowie Hotelbetrieb“, so das Unternehmen. „Tatsächlich betreibt die Schuldnerin nunmehr eine Brauerei und erzielt darüber hinaus Einnahmen aus dem Verkauf von Strom bzw. Energie aus einem von ihr selbst angemieteten Kraftwerk sowie aus der Vermietung von zwei Ferienhäusern an Feriengäste. Auch diese Ferienhäuser stehen nicht im Eigentum der Gesellschaft, sondern sind von dritter Seite angemietet. Der ursprünglich betriebene Gastronomiebetrieb wurde im Jahr 2023 eingestellt.“
Schulden und Vermögen
Die Schulden werden mit 393.300 Euro beziffert, davon entfallen 313.000 Euro Kredite auf die finanzierende Bank und 80.000 Euro auf die sonstigen Verbindlichkeiten. „Kontoinhaberin und Kreditnehmerin der beiden Kreditkonten ist die Schuldnerin. Die Kredite sind hypothekarisch auf einer im Privateigentum der Gesellschafter der Schuldnerin stehenden Landwirtschaft besichert“, heißt es weiters.
Die Zukunft
„Die Schuldnerin ist bestrebt, von der finanzierenden Bank eine Rückstehungserklärung zu erwirken, was im Hinblick auf die volle Besicherung der Kreditverbindlichkeiten zu erwarten ist“, heißt es im Insolvenzantrag. „Ein Bankgespräch unter Beiziehung des Steuerberaters ist für die kommende Woche vereinbart.“
Die Sanierung
Den Gläubigern soll ein Sanierungsplan mit 20 Prozent Quote geboten werden. „Die Sanierungsplanquote soll innerhalb der zweijährigen Frist durch die Fortführung des Unternehmens erwirtschaftet werden. Nach Einstellung des verlustbringenden Gastronomiebetriebs verfügt die Schuldnerin über eine deutlich verschlankte Kostenstruktur“, so das Unternehmen. „Die laufenden Geschäftsbereiche (Brauerei und Getränkeverkauf, Strom- bzw. Energieverkauf aus dem Kraftwerk sowie die Vermietung der beiden Ferienhäuser) erlauben nach erster Durchsicht der Zahlen und auf Basis der in Ausarbeitung befindlichen Planrechnung künftig eine sehr positive Bewirtschaftung.“
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