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Millionenpleite eines bekannten Herstellers von Spezialfahrzeugen

Der 1973 gegründete Familienbetrieb sucht dringend einen Investor, sonst droht das Aus.
Stempel "Insolvenz" auf Papier

„Laut Insolvenzantrag geriet das Unternehmen durch die Nachwirkungen der Corona-Pandemie in Schwierigkeiten. Ab 2020 führten Lieferkettenprobleme zu Produktionsstopps, weil dringend benötigte Komponenten nicht verfügbar waren. Aufträge konnten nicht rechtzeitig fertiggestellt werden“, heißt es von AKV, KSV1870 und Creditreform. „Als sich die Wirtschaft erholte, machten dem Betrieb stark gestiegene Einkaufspreise sowie hohe Personal- und Mietkosten zu schaffen. Die Mehrkosten konnten in laufenden Aufträgen nicht weitergegeben werden. Trotz sich erholender Auftragszahlen gelang es nicht, den Schuldenstand abzubauen.“

Und weiters heißt es: Erschwerend kam hinzu, dass das Geschäftsmodell eine erhebliche Vorfinanzierung der Projekte erfordert. Zuletzt standen weder zusätzliche Kreditlinien noch eine geplante Investorenlösung zur Verfügung. Trotz hohen Auftragsstands fehlten die liquiden Mittel, um laufende Projekte fertigzustellen und daraus Umsätze zu realisieren. Die Zahlungsunfähigkeit trat ein.

Über das Vermögen der Trilety GmbH aus Hallein ist am Landesgericht Salzburg ein Konkursverfahren eröffnet worden. Das bestätigen AKV und Creditreform dem KURIER. 37 Mitarbeiter sind von der Pleite betroffen. Zum Masseverwalter wurde Rechtsanwalt Johannes Hirtzberger aus Salzburg bestellt.

Das Unternehmen mit Sitz am Schwarzbergweg in Hallein entwickelt und baut seit 1973 Fahrzeugaufbauten für die Straßen- und Schienenreinigung. Diese werden auf Trägerfahrzeuge der Kunden aufgebaut. Neben dem Standardsortiment fertigt die Firma auch individuelle Sonderanfertigungen und Prototypen. Die Kunden stammen überwiegend aus dem kommunalen Bereich. Geschäftsführer ist laut Firmenbuch Mag. Stephan Trilety.

4,29 Millionen Euro Schulden

Die Verbindlichkeiten betragen laut Schuldnerangaben rund 4,29 Millionen Euro, davon entfallen rund 2,57 Millionen Euro auf Banken und rund 551.000 Euro auf Lieferanten. Die übrigen Verbindlichkeiten betreffen öffentliche Gläubiger, Personalverbindlichkeiten und sonstige Gläubiger. 

Zum Aktivvermögen zählen laut AKV das Anlagevermögen mit Buchwerten von rund 860.000 Euro, Vorräte im Wert von rund 1,25 Millionen Euro und halbfertige Erzeugnisse im Wert von rund 562.000 Euro. Kundenforderungen bestehen in Höhe von rund 92.000 Euro. Die Betriebsliegenschaft ist pfandrechtlich belastet. Ob bei einer Verwertung ein Überschuss für unbesicherte Gläubiger bleibt, muss noch geprüft werden.

Zukunft ungewiss

Ob eine kostendeckende Fortführung des Betriebs möglich ist und eine Sanierung im Rahmen eines Sanierungsplans infrage kommt, ist derzeit unklar. Ohne rasche Übernahmelösung droht die Schließung und Liquidation.

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