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Wirtschaft
08/18/2021

Neuer Leitfaden für die Vergabe von Bauprojekten

Regionale und nachhaltige Betriebe sollen laut einer Einigung von Bauträgern und Gewerkschaft bevorzugt werden.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

Obwohl die Bauwirtschaft derzeit brummt, rüsten sich die Gewerkschaft Bau-Holz um Josef Muchitsch und die Vereinigung Österreichischer Projektentwickler (gewerbliche Bauträger) um Erwin Soravia bereits für schlechtere Zeiten.

„Wir sehen es als unsere Aufgabe in Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft Zukunftsmodelle zu entwickeln und zu schauen, wo kann man Dinge verbessern“, sagt VÖPE-Präsident Erwin Soravia. „Wir haben uns zusammengesetzt und haben im Sinne eines verbesserten Vergabewesens versucht, Kriterien zu erstellen, welche Mindestvoraussetzung sind, um eine ordentliche Vergabe bei großen Bauvorhaben zu durchführen.“

Das Resultat dieser Gespräche sei ein Leitfaden für verantwortungsvolle Vergaben.

„Die Auftragsvergaben sind das Instrument zur Steuerung“, sagt Muchitsch. „Wir wollen regionale Betriebe und die heimische Wirtschaft bevorzugen. Uns geht es auch um Klimaschutz und Nachhaltigkeit mit kurzen Transportwegen. Firmen, die Lehrlinge ausbilden, bekommen Bonuspunkte bei den Vergaben, um vorgereiht zu werden. Der dritte Punkt ist der Kampf gegen Lohn- und Sozialdumping.“

So darf der Einsatz von Subunternehmern nur mit Zustimmung des Auftraggebers erfolgen. Außerdem sollen künftig Subunternehmer ab einer Auftragssumme von mindestens 100.000 Euro, bevor sie auf einer Baustelle arbeiten, in die Baustellendatenbank des Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK) eingemeldet werden. Das soll die Kontrollen in Sachen Lohn- und Sozialdumping verbessern. So kann die Finanzpolizei auf diese Datenbank zugreifen.

Bessere Kontrollen

Mit dieser Regelung sollen vor allem Scheinfirmen aus dem Ausland, die Arbeitskräfte nach Österreich entsenden, oder unseriösen Arbeitskräfteüberlassern ein Riegel vorgeschoben werden. Wird die Meldung eines Subunternehmers unterlassen, droht ein Pönale. Die VÖPE-Mitgliederunternehmen haben sich auch dazu verpflichtet, „regionale Anbieter und nachhaltige Produkte beim Zuschlag bestmöglich zu berücksichtigen“. Für kurze Transportwege von Baumaterialien gibt es Bonuspunkte bei der Vergabe. Auch die Fachkräfte-Ausbildung soll in die Vergabe positiv einfließen. So können Auftragnehmer-Unternehmen, die Lehrlinge beschäftigen, zusätzliche Punkte bei der Angebotsvergabe lukrieren.

Erwin Soravias Fazit: „Wir privaten Lebensraumentwickler machen das, was die Öffentliche Hand längst tun sollte – darauf zu achten, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt, damit der Wirtschaft Impulse gegeben und Ausbildungs- und Arbeitsplätze gesichert werden.“

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