Gar nicht lieb und lustig ist Michael Ostrowski als Drogensüchtiger im neuen Österreich-"Tatort" "Paradies"

© ORF/Hubert Mican

Gespräch
08/31/2014

Ostrowski: "Vielleicht pfeifen wir uns weniger"

Michael Ostrowski über den "Tatort" (Sonntag, 20.15, ORF 2), den Schärdinand und "Hotel Rock'n Roll".

von Christoph Silber

Michael Ostrowski kann also auch anders: Er würgt alte Männer, schlägt alte Frauen. Ganz schnell verfliegt das Bild vom lieben Lustigen, das sich von ihm im TV-Hirnbereich festgesetzt hat, wenn er durchs Zimmer fegt auf der Suche nach Drogen. Und es macht die Nebenfigur höchst verdächtig im neuen österreichischen "Tatort" mit dem Titel "Paradies" (Sonntag, 31.8. 20.15, ORF2).

"Lässig war das", meint Ostrowski über den Dreh. "Mit Gertraud Roll, Peter Fröhlich und Peter Weck vor der Kamera zu stehen, war wirklich etwas Besonderes. Und am Abend ihnen zuzuhören bei ihren Geschichten – das hab ich genossen."

Dass in seiner Heimat Steiermark gedreht wurde, bringt ihn schnell zu einem Anliegen. "Der ,Tatort‘ beherzigt noch, dass es im deutschen Sprachraum nicht bloß eine Sprache gibt, sondern verschiedene Regionen und Identitäten. Das macht neben guten Geschichten und Anspruch die Anziehungskraft dieses Formats aus." Und so habe der österreichische "Tatort" viele deutsche Fans – auch unter Filmleuten.

Humor

Das weiß Ostrowski, weil er zuletzt dort viel gearbeitet hat. Im Frühjahr wurde "Halbe Brüder" mit Sido, Tedros Teclebrhan, Fahri Yardim und Mavie Hörbiger gedreht. Ostrowski schrieb beim Buch zum Roadmovie, das im März startet, mit und spielt eine kleine Rolle. "Österreichischer und deutscher Humor, das geht sich aus. Ich find’ es auch gut, dass es einen Austausch in die jeweils andere Richtung gibt." Ostrowski hat auch deutsche Anfragen für Drehbücher zu Komödien. "In gewissen Teilen der Branche dort sind "Contact High", "Nacktschnecken" oder auch "Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott" sehr bekannt. Dort weiß man, dass Österreicher Komödien machen können – vielleicht pfeifen wir uns weniger."

Die vergangenen Wochen verbrachte Ostrowski vor allem am Schreibtisch. Für Regisseur Andreas Prohaska hat er ein Drehbuch über den Homeless World Cup geschrieben. "Es gibt darüber die wunderbare Doku ,Kick off‘ von Hüseyin Tabak. Wir machen einen Film daraus."

Glawogger

Und jetzt eben sitzt Ostrowski an den letzten Seiten zu "Hotel Rock ’n’ Roll" – einem Vermächtnis des jüngst verstorbenen FilmemachersMichael Glawogger."Wir haben gemeinsam vier Jahre lang am Buch gearbeitet, das kann man nicht einfach liegen lassen. Das letzte eMail, das ich vom Michi bekommen habe, war: Wie geht es der Schönschrift? Das heißt, ob die Drehfassung fertig ist. Das habe ich ernst genommen. Der Michi hat Trilogien immer gern gehabt: Zunächst hatten wir mit ‚Nacktschnecken‘ Sex, dann mit ,Contact high‘ Drugs und jetzt fehlt noch Rock ’n’ Roll. Wie auch immer es genau sein wird, es gibt eine große Übereinkunft von beruflichen Wegbegleitern und Freunden Michis, dass das Buch umgesetzt wird. Wir glauben ans Potenzial dieser Komödie." Im Herbst sollen die Fördergeber angegangen werden.

Ostrowski tritt aber auch an einer anderen, unerwarteten Stelle in Glawoggers Fußstapfen: Werbung. "Mein Ferialjob", lacht Ostrowski. "Das hören Agenturchefs gar nicht gern." Für DDFG wird er im September bei Schärdinand-Spots Regie führen. "Michi hatte ja den Schärdinand umgesetzt. Als er auf seine Weltreise aufbrach, hat er vorgeschlagen, dass ich übernehmen soll." Und er tut’s, weil "ich Lust drauf habe – das kann eine konzentrierte Form einer Kurzkomödie werden."

Ob er im ORF mit "Herr Ostrowski sucht das Glück" – eben bei Hoanzl auf DVD erschienen – wieder kommt, ist hingegen noch unklar. "Wir reden darüber. Es war ein unglaublich freies Arbeiten und hat großen Spaß gemacht, deshalb gerne wieder."

Die wichtigsten Neuerungen und Teams der "Tatort"-Saison 2014/15 im Überblick:

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