The logo of Austrian construction company Alpine is pictured on containers at a construction site on the A12 highway in the western Austrian city of Hall in Tirol, June 19, 2013. Alpine, the Austrian unit of Spanish construction group FCC, failed to strike a deal with creditors to reorganise its debt and said on Tuesday that insolvency proceedings were "imminent." REUTERS/Dominic Ebenbichler (AUSTRIA - Tags: BUSINESS CONSTRUCTION LOGO)

© Reuters/DOMINIC EBENBICHLER

Untreue-Verdacht
03/26/2014

Alpine-Kredit: Ermittlung gegen Hypo-Banker läuft

Staatsanwalt hat gegen drei Hypo-Banker wegen umstrittener Kreditvergabe Verfahren eingeleitet.

von Kid Möchel

Die Pleite des Baukonzerns Alpine hat nun auch für die Chefetage der Kärntner Hypo-Alpe-Adria-Bank International ein strafrechtliches Nachspiel – zumindest für zwei ehemalige Vorstände und einen aktiven.

"Im Zusammenhang mit der Vergabe eines unbesicherten Kredites an die Firma Alpine im September 2012 ist gegen Gottwald Kranebitter (Bild), Wolfgang Edelmüller und eine weitere Person ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue anhängig", bestätigt die Klagenfurter Staatsanwältin Antoinette Tröster auf Anfrage dem KURIER. "Das Ermittlungsverfahren steht aber erst am Anfang."

Den Stein ins Rollen gebracht hatten im Vorjahr zwei Anzeigen, eine stammt von Ex-BZÖ-Nationalrat Stefan Petzner. Der Untreue-Verdacht dreht sich um einen 25-Millionen-Euro-Überbrückungskredit, der der Alpine noch kurz vor ihrem Zusammenbruch gewährt wurde.

Die Banker stehen daher im Verdacht, dass sie ihre "Befugnis wissentlich missbraucht" und der Hypo einen Vermögensnachteil zugefügt haben. Die Vorwürfe werden vehement bestritten.

Dem Vernehmen nach hat die Staatsanwaltschaft von Ex-Hypo-Chef Kranebitter kürzlich eine schriftliche Stellungnahme zu den Vorwürfen eingefordert, vor einer Woche hat Kranebitter diese abgeliefert. Auch Wolfgang Edelmüller, der frühere Risiko-Vorstand der Bank, muss eine schriftliche Rechtfertigung übermitteln. Er arbeite noch daran, sagt Edelmüller zum KURIER.

Probleme in Kroatien

Anfang September 2012 hat die Hypo der Alpine Bau einen 25-Millionen-Euro-Kredit für 45 Tage gewährt. Es war damals mit diesem Betrag geplant, heißt es aus dem Umfeld der Bank, eine Umschuldung von der schwer angeschlagenen kroatischen Alpine-Tochter Osijek Koteks auf die österreichische Konzernmutter durchzuführen.

Die Hypo war seit 2006 bei der Alpine-Kroatien mit rund 90 Millionen Euro Kredit engagiert, der Not leidend wurde. 39 Millionen Euro drohten auszufallen. Unter der (falschen) Annahme, dass die Alpine-Mutter ein zahlungsfähiger Schuldner ist, wollte die Bank mit der Umschuldung das Ausfallsrisiko reduzieren. Hypo-intern hatte die Alpine ein 3A-Rating: ausreichende Bonität. Dass der Bau-Konzern damals bereits massiv in Schieflage war, will die Hypo-Führung nicht gewusst haben.

Bank getäuscht?

"Es lag nicht nur ein positiver Halbjahresabschluss der Alpine vor, sondern auch eine schriftliche Bestätigung des Alpine-Vorstands, dass alles super ist", sagt ein Insider. Außerdem sei es nicht unüblich, dass für Kurzzeitkredite keine Sicherheiten verlangt werden. Folglich habe auch der Hypo-Aufsichtsrat die Kreditvergabe abgesegnet.

Im Nachhinein fühlen sich Bank und Banker von der Alpine getäuscht. Den Kredit konnte der Baukonzern nicht zurückzahlen, im Juli 2013 ging er pleite.

Insgesamt 36 Millionen Euro Forderungen hat die Hypo im Konkursverfahren angemeldet, die kroatische Alpine-Tochter schuldet der Bank noch 50 Mio. Euro.

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