Wellness
16.01.2018

Studie: Simpler Trick erleichtert das Einschlafen

Das Verfassen einer To-do-Liste könnte Einschlafproblemen ein Ende bereiten, berichten US-Forscher.

Rund 45 Prozent der Menschen – und damit fast die Hälfte der Weltbevölkerung – leiden an Schlafstörungen. Hierzulade fällt es vier von zehn Menschen schwer, ihr optimales Schlafpensum zu erreichen. Jeder Vierte leidet unter Schlafstörungen mit Ein- und Durchschlafproblemen und zu frühem Erwachen. Eine der Hauptursachen für Schlafstörungen ist Stress.

Dieser wird nicht zuletzt durch quälende Gedanken, die Betroffene oft vor dem Einschlafen plagen, befeuert. In einer Studie, die im Fachblatt Journal of Experimental Psychology veröffentlicht wurde, stellen Forscher einen simplen Trick vor, der dem Gedankenkarussell zuverlässig ein Ende bereiten soll.

Experiment

In früheren Studien konnte bereits nachgewiesen werden, dass das Niederschreiben von Sorgen Stress reduzieren kann und die Leistungsfähigkeit unterstützt. Die Wissenschafter der Baylor University in Waco im US-Bundesstaat Texas wollten jedoch wissen, ob das Aufschreiben von auf die Zukunft gerichteten Gedanken beim Einschlafen hilfreich sein könnte. Um ihre Hypothese zu testen, rekrutierte das Forscherteam 57 gesunde Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren. In einem Labor wurde das Schlafverhalten der Probanden aufgezeichnet.

Die Hälfte der Teilnehmer wurde gebeten, sich vor dem Schlafengehen fünf Minuten Zeit zu nehmen, um stichwortartig oder in einem Absatz Dinge zu notieren, die sie "morgen oder in den kommenden Tagen erledigen müssen". Die andere Hälfte der Probanden musste aufschreiben, was sie in den vergangenen Stunden oder in den Tagen zuvor erledigt hatten.

Einschläfernde To-do-Liste

Die Analyse der Daten zeigte, dass Probanden, die eine To-do-Liste anfertigten, im Schnitt neun Minuten schneller einschliefen. Auch die Form der Liste, also ob diese stichwortartig oder als zusammenhängender Text verfasst wurde, beeinflusste das Schlafverhalten: Je ausführlicher und detaillierter die Schilderung, desto schneller schlummerten die Menschen.

Studienautor, Psychologe und Neurowissenschafter Michael Scullin vermutet, dass das bewusste Niederschreiben "vom gedanklichen Wiederkäuen befreit", wie er im Interview mit Time schildert. Für Scullin scheint aufgrund der neuen Erkenntnis klar, dass "der Akt des Schreibens der Schlüssel ist". Er geht auch davon aus, dass ein gegenteiliger Effekt eintreten würde, wenn man Menschen bitten würde, vor dem Zubettgehen bewusst an anstehende Aufgaben zu denken.

Wichtige neun Minuten

Auf den ersten Blick würden neun Minuten wie eine minimale Verbesserung wirken. Doch eine derartige Beschleunigung des Einschlafens sei mit der Wirkung gängiger, rezeptpflichtiger Schlafmittel auf dem Markt vergleichbar. "Jede Nacht neun Minuten mehr Schlaf zu bekommen, kann tatsächlichen einen echten Unterscheid machen", betont Scullin.

Dem Trick eine Chance zu geben – noch bevor man zu Medikament greift – sei dem Experten zufolge daher jedenfalls ratsam.