Wellness
05.10.2017

Die Psyche freut sich auch über wenig Sport

Eine australische Studie belegt, dass regelmäßige Bewegung Depressionen vorbeugen kann. Wie intensiv man Sport treibt, ist dabei nebensächlich, betonen die Forscher.

Sport kann die psychische Gesundheit unterstützen – auch dann, wenn man nicht täglich die Laufschuhe schnürt. Von den Vorteilen körperlicher Betätigung profitieren außerdem Jung, Alt, Frau und Mann gleichermaßen.

In einer großangelegten Studie des australischen Black Dog Institute wurden fast 34.000 norwegische Erwachsene über einen Zeitraum von elf Jahren untersucht. Das Black Dog Institute ist eine Non-Profit-Organisation mit Sitz in Sydney, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, über psychische Erkrankungen aufzuklären und die Diagnose, Behandlung und Prävention dieser voranzutreiben.

Wegweisende Ergebnisse

Das internationale Forscher-Team fand im Zuge der Erhebung heraus, dass Depressionen in zwölf Prozent aller Fälle vermeidbar gewesen wären, wenn die betroffenen Probanden lediglich einmal pro Woche Sport betrieben hätten. "Wir wissen seit geraumer Zeit, dass Bewegung bei der Behandlung von Depressionssymptomen eine Rolle spielt, aber es ist das erste Mal, dass wir das präventive Potenzial körperlicher Betätigung (…) in Zahlen darstellen konnten", betont Studienautor Samuel Harvey von der University of New South Wales in Sydney. Die Erkenntnisse seien wegweisend, da man zeigen konnte, dass Sport auch in kleinen Dosen einen signifikanten Einfluss auf die psychische Gesundheit haben kann.

Man sei derzeit noch dabei, die genaue Ursache für den förderlichen Effekt der Bewegung auf die Psyche zu erforschen, "aber wir glauben, dass es eine Kombination aus physischen und sozialen Vorteilen ist, die sich beim Sport ergeben".

Sport: Wie oft & wie intensiv?

In einer Studie, die Anfang dieses Jahres veröffentlicht wurde, widmeten sich Forscher der Universitäten Loughborough und Sydney der Frage, ob man lieber regelmäßig und moderat oder selten und dafür umso intensiver sporteln sollte. Die Antwort in Kurzform: Sport ist auch dann gesund, wenn man ihn seltener und dafür intensiver betreibt. Das Maximum der gesundheitlichen Vorteile des Sports entfaltet sich also auch, wenn man nicht täglich trainiert, aber insgesamt die wöchentliche Empfehlung für körperliche Betätigung einhält (mehr dazu hier).

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt gesunden Erwachsenen zwischen 18 und 64 Jahren mindestens 150 Minuten moderaten Sport pro Woche – oder 75 Minuten intensives Sportprogramm. Kindern und Jugendlichen zwischen fünf und 17 Jahren wird geraten, mindestens 60 Minuten täglich Sport zu betreiben. Ist man über 64, sollte man sich laut WHO an die regulären Empfehlungen für Erwachsene halten oder, bei eingeschränkter Mobilität, so viel körperliche Betätigung wie möglich in den Alltag integrieren. Diesen Empfehlungen schließt sich auch das österreichische Bundesministerium für Gesundheit an.