Verschieben Sie den Sport ruhig aufs Wochenende

Man Jogging With His Dog.
Foto: Getty Images/istockphoto/vgajic/istockphoto Sport hat so oder so Sinn.

17 Uhr, Feierabend? Leider nein. Denn wer gesund leben möchte, der muss nach Büroschluss unter der Woche noch zum Sport. Notwendig ist das aber nicht zwingend, wie Ärzte und Sportwissenschafter aus Großbritannien und Australien nun belegen konnten.

In ihrer Studie widmeten sich Forscher der Universitäten Loughborough und Sydney der Frage, ob man lieber regelmäßig und moderat oder selten und dafür umso intensiver sporteln sollte. Die Antwort in Kurzform: Sport ist auch dann gesund, wenn man ihn seltener und dafür intensiver betreibt. Statt drei bis vier Mal pro Woche nach der Arbeit ins Fitnesscenter zu hetzen, kann man das Workout offenbar auch guten Gewissens aufs Wochenende verschieben.

Die im Fachmagazin JAMA Internal Medicine veröffentlichte Untersuchung zeigt konkret, dass es unwesentlich ist, wie oft man sich pro Woche dem Training widmet, solange man gewisse Vorgaben einhält. Diese Erkenntnis sei den Wissenschaftern zufolge vor allem für sogenannte Weekend Warrior – Menschen, die ihr Sportprogramm typischerweise an ein oder zwei Tagen in der Woche durchziehen – relevant. "Der typische Weekend Warrior (...) senkt sein Risiko für einen vorzeitigen Tod ebenso wie die Sterblichkeit an Krebs und Herz-Kreislauf-Leiden", sagt Gary O'Donovan, Erstautor der Studie.

Sport macht so oder so Sinn

Um an diese Erkenntnisse zu kommen, untersuchte man das Freizeitverhalten von 63.591 Erwachsenen über 40 über einen Zeitraum von 18 Jahren. Aus der Analyse der Todesfälle, die während des Untersuchungszeitraums (1994 bis 2012) auftraten, ergab sich, dass Sport an zwei Tagen pro Woche, das Risiko an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, um 40 Prozent und jenes in Verbindung mit Krebs um 18 Prozent verringert – im Vergleich zu inaktiven Probanden. Jene Personen, die an drei oder mehr Tagen Sport machten, reduzierten die jeweiligen Risiken um 41 Prozent (Herz-Kreislauf-Erkrankung) und 21 Prozent (Krebs). Sogar jene Studienteilnehmer, die mit ihrem Sportprogramm unter den Empfehlungen blieben, reduzierten die Gesundheitsrisiken um 37 (Herz-Kreislauf-Erkrankung) beziehungsweise 14 Prozent (Krebs).

Das Maximum der gesundheitlichen Vorteile des Sports entfaltet sich also auch, wenn man nicht täglich trainiert, aber insgesamt die wöchentliche Empfehlung für körperliche Betätigung einhält.

150 Minuten sind Pflicht

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt gesunden Erwachsenen zwischen 18 und 64 Jahren mindestens 150 Minuten moderaten Sport pro Woche – oder 75 Minuten intensives Sportprogramm. Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 17 Jahren wird geraten, mindestens 60 Minuten täglich Sport zu betreiben. Ist man über 64, sollte man sich laut WHO an die regulären Empfehlungen für Erwachsene halten oder, bei eingeschränkter Mobilität, so viel körperliche Betätigung wie möglich in den Alltag integrieren. Diesen Empfehlungen schließt sich auch das österreichische Bundesministerium für Gesundheit an.

Auch wenn im Zuge dieser spezifischen Studie kein direkter Kausalzusammenhang zwischen Ursache (Sport) und Wirkung (verbesserte Gesundheit) auf individueller Ebene hergestellt wurde, haben Untersuchungen in der Vergangenheit die positiven Wirkungen des Sports in Kombination mit gesunder Ernährung bereits hinlänglich bewiesen. Unterm Strich belegen die Ergebnisse also erneut: Sogar ein bisschen Sport ist besser als gar kein Sport.

(kurier / pama) Erstellt am
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